Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022821
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worin freilich die Persönlichkeit Gottes aufgehoben, Gott 
und Welt für identisch erklärt wurde: Zeus war ihnen 
der Name für die Weltseele.  Diese Ideen wurden dann 
auch durch Dichter und Redner verbreitet,  in einer 
Form, dass sie selbst bei den Christen Anklang fanden. 
Aratus beginnt seine Sternerscheinungen mit den Versen: 
Zeus sei unser Beginn, und niemals bleib' er uns Männern 
Ungelobt. Voll wahrlich des Zeus sind alle des Wandels 
Weg', und alle Versammlung der Welt, voll jegliche Meerilut, 
Jeglicher Port; ringsum ja des Zeus bedürfen wir alle. 
Seines Geschlechts auch sind wir. 
Und so lässt auch Virgil 1) einen Hirten sein 
fangen:  
Hebt von Jupiter an, ihr Musen: des Jupiter voll ist 
Alles. 
Lied 
Dazu kommt ein pythagoreischer Gedanke, den Virgil 
ebenfalls aufgenommen hat, im Landban 2): 
Denn die Gottheit gehe durch alle 
Lande sowohl, als Räume des Meers und Tiefen des Himmels. 
Ferner ist Zeus als Vater vornehmlich von Aristides 
gefeiert, der am Schluss seiner Rede auf den Zeus von 
ihm sagt; er ist Aller Vater, des Himmels und der Erde, 
der Götter und der Menschen, der Flüsse und der Pflanzen, 
und durch ihn leben und haben wir, was wir haben. 
Und zu Anfang erklärt er den Zeus für den Anfang und 
Ursprung aller Dinge, der aber auch das Ende und das 
Maass aller Dinge in seiner Hand habe: welches in den 
Ausspruch zusammengefasst wird, dass Zeus von Allen 
allein der Anfänger und Vcllender (dgxryyävqg und rälewg) 
ist. Das stimmt wörtlich überein mit einem neutestament- 
lichen Ausspruch von Christus, dem Anfänger und Vollender 
l) Virg. Eclog. III, 60. 
z) Virg. Georg. IV, 221.
        

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