Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022813
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aber ist zwischen Heidenthum und Christenthum in der 
Mitte stehend eine Sekte des vierten Jahrhunderts zu 
bemerken, welche von der Verehrung des Einen Gottes 
unter dem Namen des Höchsten (Hypsistos) Hypsistarier 
genannt und wahrscheinlich aus einer Verschmelzung des 
Judenthums mit dem Parsismus hervorgegangen ist. 
Weiter führt der Begriff des Zeus als des Vaters 
der Menschen und Götter bei Homer und Hesiod,  ein 
Name, der durch das ganze Alterthum hindurchtönt, auch 
Von den lateinischen Dichtern Ennius und Virgil aufge- 
nommen ist in dem Versausgang dieum pater atque ho- 
minuwn rex. Bei Homer jedoch hat dieser Name für den 
Zeus nur eine ethische Bedeutung: denn der Gedanke 
Von der Hervorbringung der -Welt durch den Vater Zeus 
ist ihm fremd. Diese Ergänzung und Erweiterung hat 
der homerische Begriff durch philosophischen Einfluss 
erhalten. Zuerst durch Plato, der die Gottheit als welt- 
bildend, den Zeus als Vater des Alls bestimmte,  aber 
noch nicht als Vater der Menschen: es ist noch der 
pythagoreische Standpunkt, welchen er beibehält, indem 
er die Bildung des Menschen nur mittelbar auf Gott zu- 
Pückführt; überdies entwickelt Plato seine Lehre nicht in 
streng dialectischer Form, sondern gieht sie in mythischem 
Gewande. Dann traten die Stoiker ein, welche den Zeus 
auch als Vater der Menschen nicht bloss in ethischem, 
Sondern in physischem Sinn, den menschlichen Geist als 
Ausfluss oder Funke des göttlichen betrachteten. Auch 
gaben sie ihrer Lehre eine speculative Entwickelung,  
WVelcker und Orelli einverstanden scheinen, hält die Inschrift 
für heidnisch,  Ullmann für christlich Wßgßn des Wortes 
vmmi, welches er als Adjectivuln nimmt. Allein Ilidn; ist wahr- 
scheinlich Eigenname und als solcher, eben so wie Iliazog, 
auch bei den Heiden in Gebrauch; z. B. in einer Inschrift zu 
lconium, Boeckh et Franz Corp. Inscr. T. III. n. 4007.
        

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