Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022807
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zu Christus, dem Mittelpunkt der geschichtlichen Offen- 
barung, überleitete; so konnte von Jupiter vielmehr zu 
Gott dem Vater der Uebergang gemacht werden. 
Dies war durch die Entwickelung, welche die Idee 
des Jupiter im Alterthum erfahren hat, mehrfach nahe 
gelegt. Erstens lag schon in der Construction des ho- 
merischen Göttersl-aats nach monarchischer Verfassung ein 
monotheistisches Element. Homer 1) bezeichnet den Zeus 
als den Ödre {ieoicn zwei oivrfiguizrotdtv cirdodz-z: auch 
Hesiod 2) redet mit Nachdruck von der monarchischen 
Herrschergewalt des Zeus. S0 wird er bei Homer auch 
als der oberste (iirrcurog) der Götter, und durch den 
Beinamen der höchste (äzpmrog) bei Aesohylus und Pindar 
geehrt. Bei dem Letzteren nicht ohne besondere Beziehung. 
Denn der nhöchste Zeus" hatte einen eigenen Cultus zu 
Theben, wie zu Athen 3) und an andern Orten 4).  
Hiernach wird auch ohne den Eigennamen die Gottheit 
bezeichnet als der Höchste schlechthin,  ein Name, der 
aber auch im Neuen wie im Alten Testament Gott bei- 
gelegt wird; so dass es bei einigen (doch wahrscheinlich 
heidnischen) Denkmälern sogar bezweifelt ist, ob sie heid- 
nischen oder christlichen Ursprungs sind 5). Vornehmlich 
1) H0 m. II. 13', 669. Od. 11', 112. 
2) In einem Fragment bei Clemens: (1616; yrig näurwu ßadzlsü; 
m2 xoigrauög 561W ääonldrwu. Hesiod. fr. 53. p. 192. Gaisf. 
a) Boeckh Corp. Inscr. T. I. n. 498 (f. Zwei marlnurne Votiv- 
reliefs mit dieser Inschrift aus Athen im K. Museum zu Berlin, 
s. Panofka Die Heilgötter der Griechen. Philolog. und histor. 
Abhdl. der Berl. Akad. 1843. S. 258. 
4) Wie aus Inschriften erhellt. 
5) Namentlich bei der Inschrift eines runden Altars im Vatie. 
Museum (b: Marini Fr. Arv. p. 573. Ullmann De Hypsistar. 
Comment. p. 17. Welcker Syllog. p. 181, 133. Orelli 
Collect. zu n. 2141. T. I. p. 367. Osann. Syllog. p. 427,  
(9296 öwiargu süpiu riuäänxev KÄrcvJiu IIiam. lllarini, mit dem
        

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