Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022796
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andern, sofern beide Typen neben einander erscheinen. 
Nehmlich Christus kommt dort fünfmal vor,  viermal 
in Scenen der heiligen Geschichte, in welchen er noch 
nach dem älteren Typus bartlos, ohne Eigenthümliehkeit 
des Charakters ist: in der Mitte aber, wo er frei steht 
auf einem Berge, von dem die vier Ströme entspringen, 
mit erhobener Rechten und einer Rolle in der Linken, 
hat er schon den andern Typus, wie die spätere Kunst 
des Mittelalters den Kopf des Heilandes bildete 1). Das 
macht: in jenen Scenen liegt der Accent auf der Ge- 
Schichte, wobei die Auffassung der Person zurücktritt, 
hier aber gilt es nur der Person. Dieselbe Figur aber, 
die man in der Mitte dieses Sarkophags sieht, ist am 
Gewölbe der Kirche SS. Cosma e Damiano in Rom dar- 
gestellt 2), deren Erbauer Felix IV. (526-530) ist.  
Da, in den Mosaiken der Tribune war überhaupt der Ort, 
das Bild des Erlösers in den grossen Dimensionen, in 
grossartigster Auffassung zu zeigen; dahin ist dieser Typus 
übergegangen. Er hat das ganze Mittelalter hindurch sich 
erhalten,  wenn auch zumal in Miniaturen nicht selten 
noch in späterer Zeit jener ältere Typus der Katakomben 
wiederkehrt, sogar einmal in einer und derselben Hand- 
Schrift aus dem letzten Dritttheil des zehnten Jahrhunderts 
beide Typen zugleich vorkommen 3). 
löO 
Jupitßr. 
i. Wenn die Idee des Apollo mittelst der Sonne, die 
als eine Offenbarung der Gottheit in der Natur erschien, 
I) Auf diesen Unterschied macht Platner aufmerksam, Beschreib. 
Roms II, 1. S. 219. 
2) Platner Beschreib. Roms III, 1. S. 366- 
3) Dem Benedictionale Ethelwolds Bischofs von Winchester, in Chats- 
worth. Waage n Kunstw. und Künstler in England Th. II. 8.443.
        

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