Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022774
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in der Auffassung seines Geistes. Insofern hatte also der 
Künstler, der ihn bilden wollte, für seine Gesichtszüge 
freie Hand. Aber er stand doch unter dem Entwickelungs- 
gesetz der christlichen Kunst. Nun herrschte damals die 
Symbolische und andeutendc Richtung, in welcher die 
Christliche Kunst entstanden ist (s. oben S. 3.  S0 ward 
die Geschichte Jesu, die Hauptepochen seines Lebens, 
Geburt, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt, nicht ge- 
Schichtlich, sondern durch Alttestamentliche Typen abge- 
bildet: und seine Person durch den Fisch, der eigentlich 
"nur ein Namenszug auf ihn ist, und das Lamm, höchstens 
durch den guten Hirten vorgestellt. In dem letzten Bilde 
erschien Christus allerdings in menschlicher Gestalt, aber 
nur aus einer Gleichnissrede, noch nicht persönlich; doch 
War von da leicht der Uebergang zu der persönlichen 
Abbildung gegeben. Wie verhalten sich aber beide Bilder 
Zll einander? Ist wohl in den Bildern des guten Hirten 
ein Bild Christi enthalten, oder umgekehrt in den Bildern 
Christi ein Bild des guten Hirten? Offenbar das Letztere! 
Der Entwickelungsgang der Kunst von der symbolischen 
Zll der eigentlich darstellenden Art brachte es mit sich, 
dass an den Typus des guten Hirten der Typus Christi 
sich anschloss. Jenen aber hatte man jugendlich, un- 
bärtig gebildet:  also auch diesen, wie ja auch das 
Alter Christi von dreissig Jahren es nicht anders forderte. 
Natürlich bildete man ihn innerhalb dieses Typus, da man 
ihn nun persönlich in's Auge fasste, edel und bedeutend- 
- Einen Fingerzeig für diesen Uebergang giebt ein Sar- 
kßphag aus dem Cömeterium der Cyriace 1), auf welchem 
man Christus sieht in der Mitte der zwölf Apostel mit 
Zwölf Lämmern, und an beiden Enden den guten Hirten 
Abgebild. bei Bosio p. 411. 
T. III. Tav. CXXXI. Iig. 2. 
Aringhi T. II. 
143. 
Bottari
        

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