Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022745
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Hiernach gewähren diese Münzen ein zwiefaches 
Interesse, da die von Trierischem Gepräge auch als die 
ältesten Monumente des Christenthilms im jetzigen Deutsch- 
land erscheinen 1). 
Im Sinne der Christen aber (die den religiösen Syn- 
krelismus Constantin's nicht theilten) wird der Sonnengott, 
der neben dem Kreuz erscheint, lediglich als Typus Christi 
zu deuten sein, obwohl darnach der Typus noch nicht 
als von der christlichen Kunst rccipirt angesehen werden 
darf. Die Figur selbst gehört der heidnischen Zeit an: 
wenn man sie sich auf der Münze noch gefallen lassen 
musste, so mochte man ihr eine christliche Deutung geben. 
3. Es fragt sich aber, 0b die christliche Kunst nicht 
anderweit dem Gedanken von dem Apollo als Typus Christi 
Folge gegeben und die Gesichtszüge des ersteren in den 
Bildern Christi wiedergegeben hat. 
S0 kann es scheinen, wenn man den Charakter der 
ältesten Christusbilder in's Auge fasst, im Unterschied 
von den späteren. In jenen nehmlieh, wie sie zumal in 
Sarkophagreliefs erhalten sind, erscheint Christus in ju- 
gendlicher Gestalt, ohne Bart, in idealer Auffassung; 
während er später mit länglichem Gesicht und gespal- 
tenem Bart gebildet wird,  nach einem Typus, der 
besonders in den Mosaiken zur Anwendung gekommen 
und feststehend geworden ist. Nun meint man, der ältere 
Typus sei unter heidnischem Einfluss entstanden. So sagt 
Münter 2) von den älteren Christusbildern: die Künstler 
hätten auf Reliefs und Gemälden gewöhnlich die Hold- 
seligkeit der blühenden Jugend auszudrücken gestrebt, 
wobei sie vielleicht den jugendlichen Apollo, mit dem 
Bett- 
auch 
1) Dafür erklärt sie Münter Sinnb. 
berg Kirchengesch. Deutschlands 
2) Münter Sinnb. H. II. S. 7.
        

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