Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022678
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den Heiden gegenüber der Beweis der Auferstehung 
geführt. Andererseits verweiset Hieronymus 1) bei der 
Geschichte des Jonas, wenn man sie nicht glaube, auf 
die Bücher des Ovid, die Verwandlungen der Daphne, 
des Jupiter: dergleichen Schandlichkeiten nehme man an, 
in Betracht, dass der Gottheit alles möglich sei, aber 
das Würdige nicht.  Eine solche Methode setzt voraus, 
dass der heidnische Glaube eine Macht ist: sie war an 
ihrer Stelle, so lange das Heidenthum noch nicht er- 
loschen war. Aber merkwürdig ist, dass sie gegen Ende 
des Mittelalters mit Zuziehung der Kunst sich erneuerte, 
namentlich um das Wunder der Erzeugung Christi zu 
rechtfertigen. Nicht nur, dass man für die Maria auf 
Vestalische Jungfrauen sich berief, zu deren Unschuld 
die Gottheit durch Wunder sich bekannt habe; sondern 
selbst auf die Danae und ihres Gleichen,  eine Vor- 
stellung, die im Verhältniss zur Maria sogar typische 
Bedeutung erhält.  
Zu diesen Typen kommt noch, nicht ohne Beziehung 
auf die christliche Idee von den Engeln, die Vorstellung von 
Genien, die häufig auf Denkmälern des christlichen Alter- 
thums und dann wieder besonders seit dem dreizehnten 
Jahrhundert sich findet. 
Vielleicht gehört hierher auch der Mercurius lpvxo- 
Tröynog, sofern es altchristliche Denkmäler sind, auf denen 
er erscheint in den Todesengel, oder vielmehr den durch 
den Tod geleitenden Schutzengel verwandelt. Von den 
beiden Grabgemälden aber, in welchen dies in Frage 
kommt, so wie von den Genien, soll erst im folgenden 
Abschnitt (S5. 27. 37.) die Rede sein. 
1) Hieronym. 
Vallars. 
in Jon. 
Comment. 
OPP' 
406.
        

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