Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022601
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Zeiten des Christenthums zurückgegeben.  S0 evident 
indess ist die Sache keineswegs, dass mit einem Wort 
darüber abzusprechen wäre, da ja auch auf heidnischen 
Sarkophagen der Hirte mit dem Schaaf auf den Schultern 
vorkommt, wogegen die beiden Löwenköpfe auf einem 
christlichen Sarkophag sehr befremdlich sind, wenn auch 
manches Gute und Christliche sich darüber sagen lässt. 
Es findet sich indessen eine ganz ähnliche Vorstellung 
zwar nicht unmittelbar auf einem christlichen Sarkophage, 
aber doch aus einer christlichen Werkstätte. Auf dem 
Grabmal des Eutropos nehmlich aus dem Cömeterium der 
Helena 1) ist "derselbe in seinem Geschäft als Bildhauer 
vorgestellt, wie er an einen Sarkophag die letzte Hand 
legt: dieser Sarkophag aber ist auf beiden Seiten mit 
Löwenköpfen verziert. S0 mag denn auch der Sarko- 
phag im Louvre christlichen Ursprungs sein, besonders 
da das Bild des guten" Hirten daselbst eine so hervor- 
ragende Stelle einnimmt. 
Was aber das Bild des guten Hirten überhaupt be- 
trifft, wenn es auch einer Kunstvorst-ellung des Alterthums 
nachgeahmt ist; so zeigtsich darin zwar die Abhängigkeit 
der christlichen Kunst von der antiken,  jedoch nicht 
von einem mythologischen Txpus, sofern an den Mercurius 
xglorfdgog oder den Aristäos dabei nicht gedacht ist. 
1) Abgebildet bei Fabretti Inscript. p. 587. n. CII.  Noch 
eimnal kommen Löwenküpfe vor als Verzierung der Arche Noah, 
welche die Form eines runden Gefässes hat, in einem Wand- 
gemälde des Cünleterium der Priscilla, Bottari T. III. Tav. 
CLXXII. iig. 5. düägincourt; Pitture XII, 7.  Auch Löwen 
sind auf altchristlichen Grabdenkmiilern kaum nachzuweisen. 
Es sind deren allerdings vorgestellt auf dem Deckel des Sarko- 
phags der Helena im Pio-Clement. Museum, B o t t a ri Tav. CXCVL, 
so wie ein Löwe, der einen Hirsch zerreisst, zweimal auf dem 
Sarkophag der Aur. Agapetilla (s. unten S. 28,  beide 
Sarkophage aber sind auch ganz in antiker Weise gearbeitet.
        

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