Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022556
mit einem hinten umgehängteu Pelz, übrigens nackt, in 
einem Lorbeerkranz und mit einem Korb voll Früchten 
in der Rechten : auf den Schultern trägt er ein Lamm, dessen 
vier Füsse er mit der Linken auf der Brust zusammenhält, 
 vermuthlich um es als Opfer darzuhringen; neben ihm 
steht eine bekleidete Frau, die mit beiden Händen ein 
aufgerolltes Blatt hält. Dabei ist besonders zu bemerken, 
dass das Bild auch auf Grabdenkmälern, in Reliefs und 
Gemälden vorkommt. Zuerst in einem Wandgemälde des 
Grabmals der Nasonen, in welchem bei Darstellung der 
vier Jahreszeiten der Frühling bezeichnet ist durch ein 
Mädchen mit einem Korb voll Blumen und einen Hirten, 
Welcher nackt und in tanzender Stellung ist, in der einen 
Hand den Hirtenstab hat, mit der. andern die Füsse einer 
Ziege zusammenhält, die er auf seinen Schultern trägt 1). 
M Ferner in den Reliefs eines Sarkophags in der Villa 
Cesia, jetzt Marco Simone bei Rom 2), der auch ohne 
Zweifel heidnisch ist: die Vorderseite, in fünf nischen- 
artige Räume neben einander ahgetheilt, zeigt in der 
Mitte die drei Grazien unbekleidet; in den beiden Nischen 
daneben männliche Figuren, die für hacchisch gelten kön- 
neu; und in den Nischen an den Ecken des Sarkophags 
ist links eine nicht erkennbare Figur, rechts ein Hirte, 
der ein Lamm trägt, dessen Füsse ihm über" die Schultern 
auf die Brust reichen. Von einem andern Sarkophag mit 
I) Bellori Pict. sepulcr. Nason. Tab. XXII, in Bartoli Pict. am. 
Crypt. Rom. et sepulcr. Nason. Rom. 1738. f.  Ebendas. in 
dem Anhang von Causeus Tab. III. pag. 180. wird auch die 
Abbildung eines unbekannten gewiss heidnischen Grabgemäldes 
gegeben, in welchem (Fig. 6.) ein Hirte mit einer Tunica be- 
kleidet und mit dem Stabe in der Hand erscheint, ein Schaaf 
oder eine Ziege auf den Armen tragend. 
2) Beschrieben von Bunsen Bullet. dell" Instit. di Corrisparcheol. 
1833. p. 100. 
959er, Mythol.  Symbol. d. chr. Kunst. I. 6
        

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