Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022545
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eine bekannte Statue zu Ildefonso 1) dar. Und in einem 
Sarkophagrelief des Pio-Clementinischen Museum 2) er- 
scheint in einem bacchischen Zuge ein Satyr, der ein 
Lamm auf seinen Schultern trägt (nebst einem andern 
Satyr mit einem Rind auf dem Rücken), und zwar ganz 
so, wie auf christlichen Denkmälern der gute Hirte, indem 
er auf seiner Brust die Füsse des Lammes zusammenhält. 
Und hieran schliesst sich-aus dem ländlichen Leben 
das Bild eines Hirten, der ein Schaaf auf seinen Schultern 
trägt, welches öfters in den Werken der antiken Kunst 
sich findet, wie die Vorstellung selbst in der idyllischen 
Poesie der Römer wiederholt ausgesprochen ist 3). In einem 
Herculanischen Gemälde 4) ist ein Jüngling vorgestellt, 
I) Maffei Baccolta Tav. CXXII. Montfauc. Antiq. expliq. 
Suppl. T. I. p. 162. PI. LXIII. Welck er Akad. Kunstmuseum 
zu Bonn S. 28. n. 31., wo jedoch die Angabe, die Statue befinde 
sich in Florenz, auf einem Irrthum beruhen muss, falls sie nicht 
doppelt vorhanden ist.  Auch in einem Herculanischen Ge- 
mälde, welches vier Genien darstellt, trägt einer derselben 
eine Ziege auf den Schultern; Pitture d'Ercol. T. III. Tav. 
XXXIV. p. 168. 
2) Visconti Mus. Pio-Clement. T. V. PI. VII. Gerhard und 
Platner Beschr. Roms II, 2. S. 153. 
5) Bei Tibull nur die Vorstellung, dass das verlassene Lamm im 
Busen nach Hause getragen wird, Eleg. I, 1. v. 31: 
non agnamve sinu pigeat fetumve cnpellao 
desertum oblita matre referre domum. 
Wozu Calpurnius in seiner Nachahmung dieser Stelle die 
Aufforderung hinzufügt, auch das erschöpfte Schaaf auf die 
Schultern zu nehmen , Eclog. V, 39: 
te quoque nun pudeat, quum serus ovilia vises 
si qua jacebit ovis purtu resuiutal recenti, 
hanc lnnneris glurfzlrv tuis, nutusquc tepenti 
ferne s-inu. tremulns et nondum stare parzltos. 
Die Stelle hat schon Bottari nachgewiesen, Scult. e pitt. sagre 
T. I. p. 211. Vergl. Pitture d'Ercol. T. V. p. 248. 
4) Pitture d'Erc0lano T. V. Tav. LVI. 

        

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