Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022523
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Oechalia 1), ferner zu Tanagra: an diesem Ort hatte der Her- 
mes xgiorpifgog auch einen Tempel, und an seinem Feste ging 
der schönste der Jünglinge um die Stadt herum mit einem 
Lamm auf seinen Schultern; denn Hermes, hiess es, habe 
einen Widder um die ltlauern tragend die Stadt von der 
Pest befreitQ). Uebrigens gab es auch eine Geheimlehre 
von dem Hermes und dem Widder, welche Pausanias 
(II, 3, 4.) scheu verschweigt.  Von diesem widder- 
tragenden Hermes aber haben sich auch mehrere Denk- 
mäler des Alterthums erhalten. Erstens eine kleine ltlarmor- 
Statue in der Pembroekeschen Sammhurg in Wiltonhouse 3): 
er trägt auf seinen Schultern den Widder, dessen F iisse 
er auf der Brust mit beiden "Händen hält. Dieselbe Vor- 
Stellung findet sich auf einer Volcenter Kylix 4), nur dass 
hier Hermes auch den Caduceus in der Linken halt. W 0- 
gegen auf der Schale des Sosias ebenfalls aus Volei im 
Museum zu Berlin (Vasen, n. 1030.) ä) in einer Götter- 
versammlung Hermes sich zeigt, wie er den Wi(.ldei' vorne 
auf der Brust zwischen den Armen trägt  Der erstere 
Typus nun ist ganz derselbe, wie auf christlichen Denk- 
mälern der gute Hirte gebildet ist. 
Beide Vorstellungen stimmen so sehr überein, dass 
sie sogar verwechselt werden können. Auf einem Sarder 
ehemals im Museum des General-Abt Chiappini zu Rom 
l) Pausan. V, 27., 5. lV, 83, 4. 
2) Pausan. IX, 22, 2. 
a) Clarae Muse-e de Sculpt. Pl. 658. n. 1545. b. 0. Müller 
Denkmäler der alten Kunst T11. Il. T. XXIX. n. 324. Panofka 
Die lleilgiätler der Griechen, in den Philolog. und histor. Ab- 
handl. der Aliad. zu Berlin, Jahn-g. 1843. S. 267. Tal. I. lig. 7. 
4) Inghirami Mus. Chius. T. I. Tav. XXXV. Panofka 21.11.0. 
llg. 8. 
s) Gerhaärd 'l'rinlsschz1len lles h". Museums zu Berlin  Vl. 
VI]. S. 10.
        

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