Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022511
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genommen ist,  wovon bei den materiellen Typen 
(S. 14.) die Rede sein wird. 
Hier aber kommt noch ein anderer Typus Christi in 
Erwägung. 
Mercurius, 
der 
Widderträger. 
Einer der ältesten und beliebtesten Gegenstände der 
christlichen Kunst war der gute Hirte, wie Christus selbst 
sich nennt (Joh. 10,   besonders nach der Parabel 
von dem verlorenen und wiedergefundenen Schaaf, welches 
er auf seine Achseln legt und heimträgt (Luc. 15,  
Es ist das Bild des Erlösers, der die verlorene Seele 
sucht und, wenn er sie gefunden hat, mit seiner Liebe 
trägt,  also auch ein Bild aller Gläubigen. Man sieht 
es auf alten Glasgefässen (wovon schon Tertullian spricht), 
ferner in Sarkophagreliefs und Wandgemalden der Kata- 
komben,  theils den Hirten in der Mitte seiner Schaafe, 
theils wie er das eine Schaaf auf seinen Schultern trägt. 
Eine ähnliche Kunstvorstellung, aber von mytholo- 
gisehem Inhalt, findet sich schon im Alterthum. Es ist 
Hermes, der dargestellt wurde, theils mit einem Widder 
neben sich,  wie zu Korinth 1), weil er für den Be- 
sehützer und Vermehrer der Heerden galt; theils einen 
Widder tragend. So stand sein Bild zu Olympia und 
Pausan. II, 3, 4. S0 sieht man den Mercur und neben ihm 
einen Widder und eine Ziege auf einer antiken Paste der 
Stoschischen Sammlung, s. T ölken Erkl. Verzeichniss der an- 
tiken vertieft geschn. Steine der K. Prenss. Gemmensamml. 
K1. III. n. 883. S. 181. Ferner Mercur und bei ihm ein Hahn 
und ein Widder im Pio-Clement. Museum, Gerhard und 
Platner Beschreib. Roms II, 2. S. 251. n. 13.  Mercur auf 
einem Widder sitzend auf einer Münterschen Gemme, s. Creuzer 
Zur Gemmenkunde S. 153; und öfter.
        

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