Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022488
fünften Jahrhundert, von der Zeit Constantiifs des Grossen 
bis auf Valentinian III. gemacht sind:  sie mögen also 
jenen Sarkophagen gleichzeitig sein. 
Auf diesen aber, welche übrigens nur biblische 
Scenen, der erstere von den Wundern Christi, der andere 
auch aus dem Allen Testament, enthalten,  ist an die 
heidnische Vorstellung eines Opfers, welches den Manen 
des Verstorbenen unter dem Bilde einer Schlange darge- 
bracht sei, schwerlich zu denken. Eben so wenig ist ein 
gnostischer Ursprung jenes Bildwerks, etwa von den 
Ophiten 1), wahrscheinlich. Es lässt sich an dieser Stelle 
kaum anders als ein biblischer Grund desselben voraus- 
setzen. Aber klar ist dieser nicht. Man kann an den 
Drachen denken, den die zu Babel anbeteten, daher der 
Altar mit dem Feuer vor (lemsellaen,  und den Daniel 
durch Küchleiil, die er ihm in's Maul warf, berstcn liess 2). 
Dazu passt es, dass auf dem Sarkophag zu Verona (auf 
dem auch der für diese Scene fremdartige Baum nicht 
angebracht ist) in derselben Reihe Daniel in der Löwen- 
grube erscheint, in welche er wegen 'l'ödtung des Drachens 
von den Babyloniern geworfen wurde. Nach dieser Er- 
klärung würde jene Scene ein Gegenbild sein zu der 
Schlange im Paradiese: wie diese durch den Genuss der 
verbotenen Frucht, wozu sie die Eva verführte, den Tod 
über die ersten Eltern gebracht hat, so ist umgekehrt 
der Drache zu Babel durch die Masse, welche Daniel ihm 
in's Maul warf, umgebracht; 
 Freilich erscheint für diesen Zweck die ganze Com- 
position nicht sehr treffend angelegt, welches sich jedoch 
daraus erklären liess, dass man, der eigenen Erfindung 
1) Woran lllünter denkt a. a. 0. S. 102. 
2) S0 erklärt Maffei Veron. illustr. P. III. 
Scult. e pitture sagre T. I. p. 69. 
105. 
und 
Bottara
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.