Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022476
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in der Kirche S. Giovanni in valle in Verona 1).  Zu 
näherer Vergleichung bietet erstens sich dar, dass auf 
griechischen Grabmälern nicht selten ein schlangenum- 
wundener Baum erscheint 2). Die Schlange wird hier als 
Attribut des Heroen genommen und deutet die Heroisirung, 
also auch die Fortdauer des Abgeschiedenen an. Zweitens 
ist eine Vorstellung auf Münzen mit dem Kopf des Nero 
und des Trajan zu vergleichen 3), auf denen vor einem 
Baum eine Schlange sich erhebt und Früchte beleckt, die 
auf einem Altar liegen. Man erklärt dies von einem 
Todtenopfer, wovon die Schlange als Diener des Ver- 
storbenen frisst, zu einem günstigen Omen. Diese Münzen 
sind jedoch nicht acht, sondern gehören zu den Conter- 
niaten, welche überhaupt wahrscheinlich im vierten und 
l) Maffei Mus. Veron. p. CCCCLXXXIV. und Verona illustr. 
P. III. p. 105. 
2) Auf einem Grabstein aus Smyrna im Museum zu Verona sieht 
man zwei Jünglinge einander zugewandt, die jeder ein Boss am 
Zügel haben, und auf beiden Seiten hinter ihnen einen Baum 
mit einer Schlange; Maffei Mus. Veron. p. XLVII. 3. vergl. 
Boeckh C. I. n. 3366. T. II. p. 783.  Eben so zeigen zwei 
Reliefs im Valic. Museum, auf denen ein Grabesabschied vor- 
gestellt ist, das eine hinter einem stehenden Jüngling, der ein 
Pferd neben sich hat und einer sitzenden Frau die Hand reicht, 
einen Lorbeerbaum umwunden von einer Schlange,-das andere 
hinter einer stehenden weiblichen Figur, der ein Jüngling zu- 
spricht, einen platanenahnliehen Baum, um den eine Schlange 
sich windet; das letztere abgebild. bei Pistolesi Vatic. descr. 
T. V. T av. XLIV. (unter dem Namen Laodamia und Protesilaos), 
G erhard Ant. Bildw. S. 315. Taf. LXXVI, 1. vergl. Beschreib. 
Roms II, 2. S. 184. n. 66,  das erstere abgehild. bei Win ckel- 
mann Monum. ined. n. '72. erklärt von Gerhard Beschreib. 
Roms II, 2. S. 6. n. 2. und von Welcher Akad. Kunstmus. 
zu Bonn, zu n. 394. 2. Ausg. S. 122-125., wo auch (Anm. 157.) 
noch andere Monumente dieser Art nachgewiesen werden. 
a) Eckhel Doctr. numm. T. VIII. p. 306.
        

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