Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022469
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Auch der Baum, an welchem das goldene Vliess 
hängt, in dem heiligen Hain zu Kolchis ist von einem 
Drachen bewacht, der sich um seinen Stamm windet, 
als Jason erscheint, das Vliess zu holen,  eine Vor- 
stellung, welche ein Karneol und zwei antike Pasten der 
Stoschischen Sammlung 1), auch eine Gemme in der Samm- 
lung der Academie von Cortona 2) zeigen. 
Die nächste Gelegenheit jedoch, den schlangen- 
umwundenen Baum in der Darstellung des Sündenfalls 
nachzubilden, gab jene Scene des Hesperidenmythus, da 
dieselbe auch durch die Apfelpflückung einen Verglei- 
chungspunkt darbot. 
2. Noch für eine andere Beziehung könnten die 
Kunstvorstellungen des Hesperidenmythus einen Typus 
hergegeben haben, wiefern in denselben der Drache, 
der um den Baum sich ringelt, besänftigt wird durch 
Vorhalten einer Schale, nur ausnahmsweise von dem 
Hercules selbst oder dem Atlas, meist von einer der 
Hesperiden 3). 
An diese Scene erinnert nehmlich eine seltene und 
merkwürdige Vorstellung altchristlicher Sarkophage: einer 
Schlange, die um einen Baum sich emporwindet oder auch 
frei sich erhebt, wird von einem Manne eine Frucht 
dargereicht über einem Feuer, das auf einem Altar brennt. 
Diese Vorstellung findet sich auf einem Sarkophag aus 
dem Vaticanischen Cömeterium 4), und auf einem andern 
L 
1) Tölken Erkl. Verzeichn. Kl. IV. n. 141-143. S. 270. 
2) Millin Mytholog. Galler. n. 424 11. 
a) Gerhard Archemoros und die Hesperiden a. a. O. S. 314. 
König Atlas und der Hesperidenmythos Taf. I. II. 
4) Bosio p. 57. Aringhi T. I. p. 289. Botlrari T. I. p. 69. 
Tav. XIX. Jene einzelne Gruppe auch bei Münter Sinnb. 
H. I. Taf. IV. n. 79.
        

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