Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022458
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welche Hercules als Sonnenheros holt,  dass mithin, 
während an die Uebertrettlng Adams der Fluch sich knüpft, 
Hercules, indem er die an der Sonne gezeitigte Frucht 
heimbringt, als Segen spendend erscheint,  wie ja auch 
die lllarnnortafel mit diesem Bilde ihm als Wohlthäter 
(anrufe) geweiht ist. 
Es kann mithin in dieser Kunstvorstcllung ein ma- 
terieller Typus für ein Bild der altchristlichen Kunst nicht 
gefunden werden;  nur in formeller Hinsicht hat jenes 
einzelne Motiv, der Drache, der im Garten der Hesperitlen 
die Aepfel bewacht, für die Schlange im Paradiese und 
den Baum mit der verbotenen Frucht eine typische Be- 
deutung. 
Solcher Typen aber finden sich noch mehrere im 
Allerthum. 
Noch in einer andern Scene aus der Fabel des Her- 
cules kommt der Baum mit dem Drachen vor, aber nur 
als Beiwerk und nur ausnahmsweise: bei dem Dreifitss- 
mub, wie derselbe auf einem Belief der Villa Albani, 
jetzt im Louvre 1), vorgestellt ist. In der Mitte sieht man 
den Hercnles mit dem Dreifuss, rechts den Apollo  
llnd zur Linken einen Lorbeerbanm, um dessen Stamm 
eine Schlange sich windet. Das ist der Drache, dem die 
Bewachung des Dreifusses und des Delphischen Orakels 
anvertraut war. Sonst findet sich nur noch der Lorbeer- 
baum ohne den Drachen in derselben Scene auf einem 
Sarkophag im Museum zu Cöln 2), wahrscheinlich aus dem 
Ende des zweiten Jahrhunderts. _ 
L 
I) Bei Clarac Musäe de Sculpture T. II. p. 257. Pl. 119. n. 168. 
Vergl. P assow in Böttigerk Archäol. und Kunst S. 140. 
2) Welcker Sarkophag im Museum zu Cöln, in den Jahrb. des 
Vereins der Alterthulnsfreunde im Bheinlande H. VII. 1845. 
S. 114. Taf. Ill. IV. fig. 1. 
        

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