Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022433
69 
ist der Baum mit dem Drachen, darunter liegt schlafend 1) 
eine der I-Iesperiden, neben ihr über sie hinschreitend 
steht Hercules mit dem Fell über die Schultern, die Keule 
in der Linken, und mit der Rechten einen der Aepfel 
pflückend. Oben zur Linken steht die Inschrift; 'HgaxÄfj 
öwnfgt II. jloziwog Jlozvovdgtog Aziyoziarüzclzg) ävääwpcev. 
Bei jenem einzelnen Motiv aber muss man auch stehen 
bleiben und nicht weiter folgern, dass diese ganze Kunst- 
Vorstellung bei Darstellung des Sündenfalles angeeignet 
Sei,  noch weniger darf man in dem Inhalt derselben, 
jener Geschichte des Hercules selbst, die Erzählung von 
dem Sündenfall wiederfinden wollen. Zwar meint de Vita 2) 
von dem Relief zu Benevent, wenn man die Inschrift 
Wegnehme, so komme aus allem dort Dargestellten jedem 
Sogleich die Uebertretung des Adam und der Eva in den 
Sinn. Er vermuthet demnach, es sei das ursprünglich 
ein christliches Werk, ein Bild des Sündenfalls, welches 
nachher von P. Junius Januarius, indem er ihm eine andere 
Deutung gab, zu einer Widmung an den Hercules benutzt 
Werden,  oder vielmehr dieser Januarius, da er die 
Geschichte von Adam und Eva bei den Christen sehr ver- 
breitet gefunden und sich gedacht habe, es sei keine 
andere, als was der Mythus von der Entwendung der 
Hesperidenäpfel durch den Hercules besage, habe demnach 
für die Sache eine solche Darstellung gewählt, dass sie 
leicht nach beiden Selten gedeutet werden konnte.  Das 
Sind aber eitle Worte, da es im Ernst niemandem ein- 
fallen kann, jene Scene des Marmorreliefs, auch ohne die 
I) Ebenfalls schlafend (welches als eine Besonderheit bemerkt wird) 
sitzt eine der Hesperiden an dem Stamm des Baumes, auf einer 
Ara mit den Zwölfkännpfen des Hercules in dem neuerrichteten 
Museum des Latex-an, s. Brunn im Tüb. Kunstblatt 1844. S. 321. 
z) De Vita 1. c. p. 75-77.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.