Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022394
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Beide haben übrigens das mit einander gemein, dass 
sie sowohl im christlichen Alterthum, als seit der Wieder- 
herstellung der Kunst im dreizehnten Jahrhundert sich 
vorfinden. Ja die Epochen der christlichen Kunstgeschichte, 
wie sie durch die Anknüpfung an die Kunst des Alterthums 
überhaupt bedingt sind, hängen mit dem Auftreten dieser 
Typen zusammen.  
Von 
den 
fbrmellen 
Typen. 
Da die christliche Kunst einen ganz eigenthiimlichen 
Geschichts- und Idccnkreis hatte, so sollte man glauben, 
es habe sich nicht leicht eine mythologische Kunstvor- 
Stellung gefunden, die man als eine Schaale hätte benutzen 
können, um einen christlichen Kern hineinzulegen. 
Es fehlt jedoch für die Gegenstände der christlichen 
Kunst im Verhältniss zu dem heidnischen Kunstgebiel nicht 
an äusseren Berührungspunkten, die sich ungesucht dar- 
boten oder auch nicht ohne Willkür herbeigeführt wurden, 
s so fremd auch im Zusammenhang des Gedankens, den 
sie zur Anschauung bringen sollten, diese Kunstvorstel- 
hingen einander waren.  
Dabei zeigt sich der bemerkenswerthe Unterschied, 
dass im christlichen Alterthum das typische Moment in 
der Anordnung der Figuren, zur Zeit und nach der 
Wiederherstellung der Kunst aber es in dem Charakter 
der dargestellten Personen liegt. Zum Beispiel auf alt- 
christlichen Sarkophagen erscheint die Himmelfahrt des 
Elias nachgebildet dem Aufgange des Helios; Nicolo Pisano 
dagegen bildete den Simeon in der Gestalt des Jupiter.  
Dieser Unterschied erklärt sich aus dem Verhältniss, in 
welchem beide Kunstepochen zu der alten Kunst überhaupt 
stehen. Die erstere Art enthält nur eine Nachahmung 
Piper, Mythol. n. Symbol. d. chr. Kunst. l. 5
        

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