Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021397
wollen, kann dem Vorwurf der Einseitigkeit nicht 
entgehen, da die Darstellung des Charakters auf 
gleiche Anerkennung Anspruch hat: im Charakter 
aber liegt eine Summe von Gedanken und T haten. 
So dass wir stets in den Werken der Kunst auf 
Ideen hingeleitet Werden. 
In beiderlei Hinsicht haben die Werke der 
zeichnenden Künste eine desto umfassendere Be- 
deutung, da sie nicht bloss den Geist des Künstlers 
offenbaren, sondern auf die Gesammtheit zurück- 
schliessen lassen. Das fehlt eben in den Werken 
der Wissenschaft: aus den Schriften der Kirchen- 
lehrer ersieht man die Bewegung des Dogma, wie 
sie auf den Höhepunkten des christlichen Bewusst- 
seins fortschreitet; wobei es leicht sein kann, dass 
die unteren Schichten, der eigentliche Körper der 
Kirche (den nicht Bischöfe oder Doctoren der 
Theologie bilden), dass die Gemeinde unberührt 
davon geblieben. In den geistigen Haushalt der 
Gemeinde aber lassen vor allem die Denkmäler 
blicken: nicht allein wegen des Einflusses, den sie 
haben, da sie am meisten populär sind, denn sie 
werden von allen gesehen; sondern auch nach 
ihrer Entstehung,  denn wo werden die Gedanken 
der Menschen offenbar, wenn es nicht auf Gräbern 
ist? Aber nicht bloss die Herstellung von Leichen- 
steinen und Grabmälern ist Angelegenheit aller Ein- 
zelnen: die mittelalterliche Kunst auch in ihren gröss- 
ten Aufgaben, der Erbauung und Ausschmückung
        

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