Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022307
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Ich gedenke endlich noch eines Marmorbildes des 
Hercules, welches ehemals am Eingang des Chors der 
Ambrosiuskirche zu Mailand gestanden hat 1): der Heros 
war gebildet, wie er mit der einen Hand den Löwen 
beim Schwanz in die Höhe hält, während er mit der 
Keule in der andern Hand ihn zu schlagen droht. Dies 
Bild wird erwähnt in Nachrichten über den Anfang des 
zwölften Jahrhunderts und stand dort noch im sechzehnten 
Jahrhundert. Zur Zeit aber als Puricelli schrieb (1645), 
war es verschwunden: es soll durch Schenkung an den 
Churfürsten von Baiern gekommen sein 2). Zu welchem 
Zweck das sonderbare Bildwerk in der Kirche aufgestellt 
worden, ist nicht ersichtlich: schwerlich in einem religiösen 
Interesse, wenn dabei nicht etwa an den Simson gedacht 
ist ; wahrscheinlich hat es nur zur Ausschmückung gedient. 
Zu 
kirchlichem 
Geräth. 
Unter den Denkmälern des Alterthums, die zu kirch- 
lichem Geräth oder zur Verzierung desselben gebraucht sind, 
kommen wiederum auch solche vor, die nur eine heidnische 
Inschrift (ohne heidnische Kunstvorstellungen) haben. Von 
der Art ist. ein dem Mars Camulus gewidmeter Votivsteiil 
aus der Zeit des Kaisers Claudius, auf dessen beiden Seiten 
ein Lorheerzweig ausgeliauen ist, auf der Rückseite ein 
Eichenkranz, vorne ist die Inschrift 3). Dieser beinahe 
würfelförmige Stein diente ehemals in der Kirche zu 
Rhynern oder Rindern zum Altar, wozu er jedoch erst 
um das J. 1765 verwendet sein soll, nachdem er seit 
älterer Zeit auf dem Kirchhof gelegen 4): im J. 1793 
1) Muratori Antiq. Ital. T. V. p. 73. 
2) Puripelli Ambros. basil. ac monast. Monument. p. 504. 506. 
 Lersch Centrallnus. rheinl. lnschr. H. III. N0. 279. S. 108. 
4) Nachrichten über die zu Cleve gesammelten Alterthümer. Berlin. 
1795. S. 66., wo auch (Taf. XVII.) jener Stein abgebildet ist.
        

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