Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022287
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halber Figur, ohne Arme, mit starken Brüsten und dickem 
Bauch und den Kopf mit Strahlen umgeben. Wäre das- 
selbe auch aus späterer Zeit, die Arbeit eines christlichen 
Künstlers, so würde es doch wahrscheinlich auf ein heid- 
nisches Originalbild zurückweisen, welches ursprünglich 
dem christlichen Bau eingefügt ist. Nach neueren Er- 
örterungen aber gilt es selbst für das Original, für ein 
Werk des wendischexi Heidenthums: es ist ein Denkmal 
des Sonnendienstes, der vor Einführung des Christenthiuns 
dort einen Tempel wird gehabt haben und gewiss als ein 
Wahrzeichen des gestürzten Gottes in dem neuen Kloster- 
gebäude eingemauert. Auf Befehl der Regierung im J. 1745 
abgenommen, wird es jetzt in der K. Sammlung Vater- 
ländischer Alterthüiner in Berlin (II. 192i) aufbewahrt 1). 
Umgekehrt ist das ehemalige Frauenkloster Osterholz 
(Landdrcstei Stade), welches im J. H82 gegründet, zur 
Zeit der Reformation aber in einen Amtssitz verwandelt 
ist, auf den umgestürzten heidnischen Altären erbaut 2). 
 S0 ist auch in den Fundamenten der Kirche des alten 
Benedictinerklosters St. Martin bei Trier, als sie nach 
Aufhebung desselben im J. 1802 niedergerissen wurde, 
ein heidnischer Opferaltar gefunden mit den Figuren der 
Bellona, Minerva, des Mercurius und Hercules 3). Und 
im Chor der Kirche von Notre-Dame in Paris, deren 
l) Abgebildet bei Oelrichs Entwurf einer Pommefschen verm. 
Bibliothek. Berl. 1771. zu S. 6. und v. Ledebur Das K. Mu- 
seum vaterl. Alterth. im Schlosse llrlonbijou zu Berlin Tab. II. 
 Für die Aechtheit erklären sich Kugler in s. Museum, Bl. 
für bild. Kunst. Jahrg. IV. 1836. S. 236. und v. Ledebnr 
a. a. O. S. 24. 
2) Wächter Statistik der im Königr. Hannover vorhand. heidn. 
Denkm. S. 68. vergl. S. 101.  
B) Wyttenbach Gesch. von Trier Bd. I. S. 108. mit der 
Abbildung.
        

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