Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021388
VIII 
Lebens durchscheinen, wie überhaupt die Kunst 
die verborgenen Tiefen des Lebens in Gefühl und 
Anschauung, mehr als Wort und Schrift es vermag, 
allseitig an's Licht bringt. Man wird also vorzugs- 
weise die Werke der Kunst zu berücksichtigen 
haben, um das cleristliche Leben zu erforschen, 
indem man auf den Grund der künstlerischen Dar- 
stellung eingeht.  Aber auch um den Zweck der 
Darstellung sich anzueignen, die Ideen der künst- 
lerischen Composition: und das ist die Rücksicht, 
in welcher die kirchlichen Kunstdenkmäler neben 
den schriftlichen Aufzeichnungen das Gewicht histo- 
rischer Dokumente haben. Man tritt gewiss der 
Kunst nicht zu nahe mit einer solchen Würdigung 
ihrer Werke; selbst die, Welche dieselben nur nach 
ihrer Schönheit schätzen wollen I), müssen sie sich 
gefallen lassen: denn die Schönheit, zumal in der 
menschlichen Sphäre, aber auch in der Natur, kann 
nicht geistlos sein, es sprechen sich in ihr Gefühle 
und Gedanken aus. Doch selbst nach einer so 
erfüllten Schönheit nur Kunstwerke schätzen zu 
L 
1) Wieivon Quandt in s. Beob. und Phantas. auf einer Reise 
in's mittiigige Frankreich, 1846. S. 207. erklärt: "die drei 
Denkmale (im Museum zu Arles), auf die von den Alterihums- 
forschern ein vorzüglicher WVerth gelegt wird, hatten für mich 
nur einen sehr geringen, weil ich Kunstwerke nur nach ihrer 
Schönheit schätze, was allerdings die Archäologen mir als eine 
überaus beschränkte Einseitigkeit zum Vorwurf machen können." 
 Ich dächte, die Kunstkenner und Archäologen sollten sich 
nicht so leicht die Freundschaft aufkiindigen, deren hcide Theile 
doch nicht entbehren können.
        

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