Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028210
59 
scheibe in der Mitte, welches unterhalb die Figuren der 
Erde und des Oceanus enthält. 
S0 findet sich die Figur der Erde einmal auch auf 
einem christlichen Sarkophag im Vaticanischen Museum 1), 
auf welchem übrigens die Anbetung der Könige, Isaacs 
Opferung, Christi Gefangennehmung und Daniel in der 
Löwengrube gebildet ist. In der Mitte ist eine Portrait- 
scheibe und unter derselben eine liegende nackte Figur 
mit zwei Knaben,  wahrscheinlich die Erde. lhr Bild 
an dieser Stelle erinnert an das uralte Wort der heil. 
Schrift: dass der Mensch zur Erde zurückkehren soll, 
wie er von der Erde genommen ist (1 Mos. 3, 19. vergl. 
Pred. 3,   welches jedoch dadurch von jenen 
gleichlautenden Sätzen des Heidenthums sich unterscheidet, 
dass es in der Anknüpfung an Schöpfung und Sündenfall 
eine religiös-sittliche Bedeutung hat. Weiter aber zeigt 
sich dann die Uebereinstimmung in christlichen Grab- 
schriften, sowohl dass dieser Gedanke auch dort öfters 
wiederkehrt, als auch dass in poetischer Rede die Erde per- 
sönlich aufgefasst wird. Das letztere namentlich in den 
Grabgedichten des Gregor von Nazianz (1- 389), wo der 
Ausdruck auch anderweit antik gefärbt ist. Er bezeichnet 
die Erde sogar als Allmutter2), und führt sie auch 
redend ein, „die heilige Erde" 3). Oder er redet sie 
an als "liebe Erde" (Fata qvilvy) und bittet sie, die Todten 
dadurch die Reise in das Jenseits angedeutet ist, vergl. 
Th. I. S. 200. 
1) Beschreib. Roms II, 2. S. 26. n. 13. 
2) Greg. Naz. Opp. T. II. ed. Caillalu, 1840. p. 1124. n. 42. 
vivixa Magrwwcuög ich; Xiföva ynrägu nniwwv. 
3) lbid. p. 1160. n. 124: 
25185011 yeyäloßo {Aäyml zvsylwiwyfl M017 
X9161! isgvi xe-üäw dnlmriom dxäluag. 
oben 
V.1:
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.