Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028173
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Unter den Denkmälern der alten Kunst findet sich 
die selbständige Darstellung der Erde zwar nur selten 1). 
Desto häufiger ist sie in spätrömischer Zeit in Neben- 
werken gebildet, hauptsächlich in Ermangelung der Land- 
schaft, um die Scene zu schildern und zu beleben. Wäh- 
rend sie aber in der frühern griechischen Bildung ohne 
äussere Abzeichen, nur mit dem Diadem, der Krone, 
demnächst mit der Mauerkrone oder dem Modius auf 
dem Haupte erscheint, mehren sich in diesen spätern 
Werken die Attribute 2). Sie wird darin meist liegend 
gebildet, mit nacktem Oberleib; die nähere Charakteristik 
ihrer Figur schliesst sich an den Begriff der allhervcr- 
bringenden und allnährenden Göttin an. In der Regel 
hat sie ein Füllhorn mit Früchten 3); überdies erscheint 
sie mit Aehren und Weinlaub bekränzt 4); oder sie hat 
Blumen im Schooss 5). Nicht selten ist sie von zwei 
oder drei Kindern (welche nicht nothwendig als die Jahres- 
zeiten aufzufassen sind, sondern auch bloss das Prädicat 
kindernährend ausdrücken können) begleitet 6). Auch 
 Eine Olympische Gäa, bemalte Thonfigur aus Athen im ältesten 
griechischen Stil im Berliner Museum, Panofka Terracotten 
des K. Mus. zu Berlin S. 13. Taf. II. vergl. Taf. I, 2. 3.  
Eiue Gäa xovgorgzilpu; Ebendas. S. 143. Taf. LIV, '1. 
2) Ueber ihre ganze Bildung s. Stark l. e. p. 41. 
i") Gäa mit Füllhorn und Mohn, an einen Eichbaum gelehnt, auf 
dem eben erwähnten Sarkophag im Museum zu Neapel, s. oben 
S. 50. Anm. 6. S. übrigens Böttiger Ideen zur Kunstmythol. 
Il. S. 379. O. Jahn Archäol. Beitr. S. 60. 
 Auf einem Sarlrophag mit dem Raub der Proserpina, Mus. Capit. 
T. IV. Tab. 55. Welcher Zeitschr. für d. a. K. S. 28. 
.5) Auf einem Endymionrelief aus Ostia in der Glyptothek zu 
München (n. 197.); Gerhard Ant. Bildw. Taf. 37. S. 281, wo 
die Figur für die Nymphe der Gegend erklärt wird. 
 Auf der Gemma Augustea in Wien (O. Müller Handb. der 
Archäol. d. K. S. 200. A. 2. S. 232.) erscheint die Erde mit
        

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