Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028151
53 
Der Menschheit und der Götter Geschlecht ist Eins, da uns verlieh'n 
Eine Mutter des Lebens Hauch. 
S0 wird sie denn überhaupt als die allhervorbringende 
und allernährende Göttin gefeiert. Bei Aeschylus 1) ruft 
Prometheus sie als Allmutter (napynjraig) an ; ebenso 
(IUWIIÜQ rrduraw und ndvrazv yevärezgoe) heisst sie bei 
Euripides 2);  aber allnährend (rcoeyißcöulg) wird sie 
bei Sophokles 3) genannt.  Sie hatte auch einen alten, 
Weitverbreiteten Cultus in Griechenland. In Delphi soll 
sie in ältester Zeit (gemeinsam mit dem Neptun) ein 
Ürakel gehabt haben, welches von ihr auf die Themis 
und von dieser auf den Apollo überging 4). Zu Olympia 
stand ein Altar der Erde mit einem alten Orakel der- 
Selben 5). In dem attischen Demos Phlya war ihr unter 
dem Namen der grossen Göttin ein Altar geweiht 6). 
Die Olympische Gäa hatte ein Heiligthum zu Athen neben 
dßm Tempelgehege des Zeus 1); ebendaselbst wurde die 
Kinder-variierende Erde  Kovgorgöqvog), deren Cultus 
i) Aeschyl. Prometh. 90. 
2) Enripid. Chrysipp. fr. 6. v.7. und Fragm. incert. trag. n. 174. 
P. 121. 409. T. IX. ed. Matthg Fragm. 833. n. 990. p. 428. 
483. ed. Wagner. 
a) Sophocl. Philoct. 391. Auch Plato nennt die Erde unsere 
Ernährerin, die erste und älteste der Götter, jedoch mit der 
Einschränkung: 360m 31116; oögmroö yeyöuaai, Tim. p. 40. b. c. 
4) Pans. X, 5, 6. So heisst sie schon bei Aeschyl. Enmen. 
v. 2. zu Delphi die Urprophetin. 
i) Pans. v, 14, 10. 
ü) Pans. I, 31., 4. 
7) Paus. l, 18, 7. (nach der Verbesserung von Clavier, die erst 
in den neuesten Ausgaben in den Text aufgenommen ist). In 
der Steile Plut. Thes. 27. (vergl. Gerhard AnLBildw. 8.30. 
A.  ist irrthüiniich von der Gäa ölvynia statt 201190196300; 
(s. d. folg. Anm.) die Rede, s. C. B. Stark De Tellure dea 
deque ejus imagine a Man. Phile descnDissJen. 1848. p. 14 sq.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.