Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028092
47 
nung der beiden erstern: es werde das Firmament 
dadurch bezeichnet, wieferti es das Wasser unter der 
Vesle von dem Wasser über der Veste scheidet (l. Mos. 
1:   da nehmlich die Meergottbeit bei den Heiden 
so gebildet werde. Nur Münter 1) zweifelt an jener Er- 
klärung, weiss jedoch keine andere vorzuschlagen. Eine 
ganz abweichende Ansicht aber giebt Bellermann 2), der 
die Figur fiir_ einen Flussgott nimmt, wodurch der Strom 
des lebendigen Wassers dargestellt werde, welcher von 
dem Stuhle Gottes und des Lammes ausgeht (nach Olfenb. 
22,  Allein nicht nur fehlt hier das eigenthümlichr: 
Kennzeichen des Flussgottes, mit dem er sonst so häufig 
auch in der altchristlichen Kunst erscheint (s. unten S.  
sondern es ist auch derselben (so weit sie durch Sarko- 
phagreliefs und Wandgemälde in den Katakomben reprä- 
sentirt ist) der apocalyptische Gegenstand durchaus fremd. 
Vielmehr findet sowohl gerade die Figur des Cölus, 
wie sie hier gebildet ist, mit halbem Leibe und mit dem 
bogenförmigen Gewand, als auch die Anordnung derselben 
zu den Füsscn Christi ihre Vorbilder in der antiken Kunst. 
Was zuerst den über dem Haupt wallenden Peplos 
betrifft, wodurch man sich auf die Vorstellung einer 
Fluss- oder Meergoitheit hat leiten lassen; so kommt 
derselbe ihnen doch keineswegs ausschliesslich, vielmehr 
auch fast allen andern Göttern zu. So ist mit einem 
solchen Schleier versehen die Gottheit, welche die wesent- 
lichste Eigenschaft aller Götter begreift, die Aeternitas 
auf einem Silberdenar der altern Faustina 3). Denselben 
hat Jupiter, dem Heer Trajans erscheinend, auf der Säule 
 Münzer Sinnb. H. II. S. 85. 
2) Bellermann Ueber die ältesten christlichen Begräbnisssliilten 
S. 51. A. 1. 
a) 'l'ölken Ueher die Darstellung der Vorsehung und der Ewigkeit 
auf röm. Kaisermünzen S. 15. n. 12. Taf. VII, 19. 
lten
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.