Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028062
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Aber häulig erscheinen beide in der mittlern Zeit vom 
9. bis zum 13. Jahrhundert sowohl in Elfenbeinsehxiitz- 
werken als in Miniaturen. Und zwar ist dort theils die 
Erde allein oder mit dem Meere zu sehen, theils Himmel 
und Erde oder Himmel, Erde, Meer; einigemal kommen 
auch noch S01 und Luna hinzu. 
Vornehmlich ist es die Person Christi, welche jene 
Figuren umgeben. In den Sarkophagreliefs dienen sie 
ihm als Schemel, während er selbst lehrend und segnend 
vorgestellt ist. Sonst erscheinen sie als Zeugen seiner 
Werke, einmal von Staunen und Schrecken überwältigt, 
meist der Betrachtung hingegeben: so begleiten sie ihn 
in allen Epochen seines Lebens. Denn mit solcher Um- 
gebung ist Christus vorgestellt in der Herrlichkeit, die 
er am Anfang hatte, ferner seine Geburt, seine Taufe, 
beide nur einmal in griechischen Gemälden, dagegen 
häufig seine Kreuzigung, zum Theil mit reicher und dra- 
matischer Ausstattung, endlich Christus in seiner Er- 
höhung und derselbe als Weltriehter. An die erstge- 
nannte Vorstellung schliesst sich das Bild der Schöpfung 
sei es durch den Sohn Gottes oder durch GottVater, 
wobei man theils die Figuren der Erde und des Meeres 
erblickt, theils die aller vier Elemente, deren Darstellung 
noch besonderes Interesse in Anspruch nimmt. 
Diese Bildwerke wollen wir nun nach der Folge der 
drei Perioden näher in Betracht ziehen. 
I m 
christlichen 
Alterthum. 
Der Himmel. 
Der Himmel in persönlicher Existenz aufgefasst hat 
in der heidnischen Mythologie wenig Selbständigkeit er- 
langt. Dem Homer noch fremd, erscheint der Gott Uranus 
zuerst in der Theogonie des Hesiod nächst der Gäa als
        

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