Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1034589
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Florenz 1).  Häufig ist die Vorstellung der Gelegenheit, 
des limgö; (Oecasio) bei den Alten, die von demselben 
eine berühmte Statue des Lysippus hatten 2): namentlich 
ist sie von Battista Franco unter den Bildern, welche aus 
Anlass der Hochzeitsfeierlichkeiten des Herzogs Cosimo 
die Thaten seines Vaters, des Signor Giovanni, schildern, 
dargestellt, wie sie mit einer Hand ihre aufgelösten Haare 
demselben hinreicht 3), und von Taddeo Zucchero (1551) 
in der Vigna des Papstes Julius III. die Gelegenheit, die 
das Glück gefangen hält und ihm mit einer grossen 
Scheere, dem Wappenzeichen des Papstes, die Haare ab- 
zuschneiden drohta"); auch ist die Gelegenheit, welche 
das Glück am Haar fasst, unter den eben genannten 
Malereien, mit denen Francescc de' Salviati den Palazzo 
vecchio zu Florenz geschmückt hat.  Unter eben diesen 
Malereien ist noch die Gunst hervorzuheben, ein unbe- 
kleideter Jüngling, der auf der Höhe eines Bades steht, 
an seiner einen Seite den Neid, den Hass und die Ver- 
wünschung, an der andern die Ehre, das Vergnügen, 
sammt allen Gegenständen, „wie sie Lucian schilderta 5). 
Diesen Nachahmungen der Antike gegenüber, welche 
das Ende der eigenthümlich christlichen Kunst bezeichnen, 
 Vasari a. a. O. Th. V. S. 142. 
2) Bekannt durch ein Epigramm des Posidippus, Jacobs Anthol. 
Gr. Palat. T. II. p. 709. Ein Epigramm von Ausonius giebt 
den Anschein, als 0b Phidias eine Statue der Occasio gebildet 
hätte, s. nben S. 689. Anm. 2. 
3) Vasari a. a. O. Th. V. S. 41; s. oben S. 552. A. 3. 
4) Vasari a. a. O. S. 199. Ein Stalfeleibild der Gelegenheit von 
dessen Bruder Federigo Zucchero ist nach Perugia gekommen, 
cbendas. S. 220. Auch ist von Girolamo da Carpi ein grosses 
Bild der Gelegenheit im Palast des Herzogs zu Ferrara gemalt, 
ebendas. Th. IV. S. 405. 
5) Vasari a. a. O. Th. V. S. 143.
        

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