Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1034530
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von denen die zweite eben so auf einer Münze des 
Galba 1), die erste ähnlich auf einer Münze des Pescen- 
nius Nigeri), die dritte aber unter diesem Namen bei 
den Alten nicht vorkommtß): nehmlich die erste hat 
Schwerdt und Waage, die andere Füllhorn und Oelziveig, 
die dritte Füllhorn und Aehren in den Händen. 
Die beiden erstem sind jedoch schon früher und he- 
vor auf päpstlichen Münzen überhaupt dergleichen Per- 
soniiicationen erscheinen, auf zwei venetianischen Me- 
daillen des M. Guidizzani vorgestellt, zu Ehren des Dogen 
Pasquale Malipiero (1457-1462) und des Feldherrn Bar- 
tolonieo C0lleoni4): auf der erstern ist die Friedensg- 
göltin (Pax Augusta) stehend gebildet, einen Pahnzweig 
haltend, daneben liegen Schwerdt und Schild;  auf der 
andern die Gerechtigkeit (Justitia Augusta et Benignitas 
Puhlica) als eine sitzende Figur, die ein durch einen 
Ring gezogenes Gewicht hält. 
 Ein lllittclerz desselben enthält die Pax niitFüllhorn und Oelzweig, 
wovon zwei Exempl. in der K. Sannnl. zu Berlin. Dieselbe Vor- 
stellung auf einem Grosserz des Vitellius, abgebild. bei Ak e rm a n 
Roman Coins T. l. p. 179. Pl. 5. n. 4. Schon auf einer Goldmünze 
des divns Augustus hei Eekhel Doctr. numm. T. Vl. p. 126. 
(nach Morelli) soll die Pax mit Füllhorn und Oelzweig vorkom- 
men; sie hat. aber vielmehr zwei Aehren mit einem lil0hnkopl' 
in der einen, und den Caduceus in der andern Hand auf einer 
Goldmünze des divus Augustus, von der zwei Excmpl. in der 
K. Samml. zu Berlin sind, ubgebild. bei Beger 'l'hes.Brandenh. 
T. ll. p. 608. 
2) Eine Silbermüuze desselben enthält die Justitia mitFüllhorn und 
Waage in den Händen, Eckhel Doctr. numm. T. VII. p. 155. 
Sonst erscheint die NVaage selten in der Hand der Justitia; da- 
gegen ist sie das gewöhnliche Attribut der Aequitas. 
3) Wohl aber ist mit der Copia gleichbedeutend die Abundailtia 
vorgestellt ein Füllhorn ausschüttend, z. B. auf G0ld- und Silber- 
münzen des Decius, Eckhel I. c. T. Vll. p. 343. 
4) Bolzenlhal Skizzen S. 54.
        

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