Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1028044
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S0 geht der Maler mit dem Dichter Hand in Hand, in- 
deni beide auf die poetischen Laute der Natur zu horchen 
und ihr noch beredteres Schweigen zu deuten haben.  
Und das Resultat wird sein, dass die Naturwahrheit der 
modernen Kunst zwar die dramatische Auflassung der 
Alatur mittelst mythologischer Motive ausschliesst, uin 
so mehr aber eine epische und lyrische Behandlung der- 
selben fordert. 
Das gilt natürlich zumal von der Malerei, obwohl auch 
in ihr der Gegensatz keineswegs in der Strenge durch- 
geführt ist, dass sie nicht namentlich die Personificationen 
von Städten und insbesondere F lussgötter zugelassen 
hätte, deren Darstellung" gerade seit Anfang des 16. Jahr- 
hunderts sehr häufig ist. Dagegen ist die Seulptur bei 
ihren beschränkteren Mitteln weit mehr veranlasst, der an- 
tiken Motive sich zu bedienen,  wie auch häufig bis 
auf unsere Tage in Statuen, Reliefs und Medaillen ge- 
sehehen ist. 
Ein 
theilung 
nach 
den 
Gegenständen. 
Wir wenden uns nun, nachdem wir das Wesen, den 
Entwickelungsgang und die Grenzen der physisch-mytho- 
logischen Vorstellungen in der christlichen Kunst fest- 
zustellen versucht haben, zu der Geschichte der Vor- 
stelluilgen selbst,  wobei wieder, wie im ersten Theil, 
die Eintheilung nach den Gegenständen zum Grunde 
gelegt werden soll. 
Diese Vorstellungen ordnen sich am natürlichsten 
in vier Gruppen. Es sind nehmlich entweder räumliche 
oder zeitliche Erscheinungen, welche durch Personen 
repräsenlirt werden. Kunstvorstellungen der letztern Art 
sind die personilicirteil Jahres- und T ageszeiten. Hingegen 
die räumlichen Vorstellungen betreffen entweder die Welt
        

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