Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1034444
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gehören, dessen Vorderseite eine betende Frau mit aus- 
gebreiteten Händen zeigt 1),  sofern dadurch die Fröm- 
migkeit, Pietas, dargestellt sein soll. Winckelmann 2) hat 
diesen Stein unter die Abraxas geworfen, Tölken 3) aber 
hat ihn gebührend ausgezeichnet und an die Spitze der 
altchristlichen Denkmäler jener Sammlung gestellt. Er 
bemerkt, dass die Gemme nicht über das vierte Jahr- 
hundert herabgehen könne und hebt hervor, wie dieselbe 
an der Grenze zweier Zeitalter und Religionen steht: 
„man erblickt in bedeutungsvoller Zusammenfassung auf 
der einen Seite der Gemme die aus dem Heidenthum über- 
lieferte wohlbekannte Gestalt der Pietas, verbunden mit 
der auf der andern Seite derselben als Inschrift enthalte- 
nen Grundlehre des Christenthums: Gott ist Eineru. Auf 
der Rückseite der Gemme nehmlieh findet sich die (von 
Winckelmann nicht beachtete) Inschrift: 
E I E 
E 
V 
a3; U-sög.  Ich habe jedoch Bedenken, diese Inschrift 
sammt dem Stein für christlichen Ursprungs zu halten 4). 
An monotheistischen Aeusserungen, und gerade in dieser 
Form, fehlt es auch im Heidenthum nicht. S0 kommt das 
1) Eine Abbildung desselben habe ich gegeben zu meiner Abhdl. 
Ueber einige Denkmäler der K. Museen zu Berlin von religions- 
gesch. Bedeutung (in Nieduefs Zeitschrift für die historische 
'l'he0I. Bd. XVI. H. I.) Iig. 3. 
2) Winekelmann Descript. des pierres grav. du f. B. de Stoseh. 
Cl. VIII. n. 20. 
3) Tölken Erkl. Verzeichniss der antiken vertieft geschn. Steine 
der K. Preuss. Gemmens. S. 432. 434. vergl. 456. 
4) Vergl. die eben (Anm. 1.) angei". Abhdl. S. 45. und besonders 
abgedr. 1846. S. 11.
        

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