Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1034424
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künstlerischen Anschauung zu persönlichem Dasein er; 
hoben, demnach als Personen vorgestellt wurden. 
Aber gegen Ausgang des Mittelalters macht sich auch 
hier die Einwirkung der Antike bemerklich, der zufolge 
von der Kunst, die nach Erweiterung strebte, ethische 
Personificationen von heidnischer Erfindung vielfach an- 
geeignet wurden. 
Von solcher Aneignung antiker Kunstvorstellungen 
soll hier noch  wie gleich zu Anfang angekündigt 
ist 1)  einige Nachweisung gegeben werden. 
Im 
christlichen 
Alterlhum. 
ln Betreff der antikisirenden Darstellung geistiger 
Eigenschaften als Personen kommen aus der ersten Pe- 
riode der christlichen Kunst bis in's achte Jahrhundert 
nur einige wenige Denkmäler in Frage, deren Zahl sich 
noch verringert, wenn man die ausschliesst, die vermöge 
ihres Ursprungs oder bei einer richtigen Erklärung der 
Figuren entweder gar nicht oder nicht mit Sicherheit 
dahin gezählt werden dürfen. Und auf Denkmälern mit 
eigenthümlich christlichen Kunstvorstellungen sind solche 
Personificationen, die der Antike nachgebildet wären, fast 
gar nicht nachzuweisen. 
l. Denn in den Reliefs und Gemälden der Kata- 
komben, welche der alten Kunst am nächsten stehen, 
aber doch durchgängig christliche Gegenstände darstellen, 
sind dergleichen ethische Personilicationen, wie es scheint, 
überhaupt nicht angewendet worden. Zwar in zwei Fi- 
guren eines Sarkophagreliefs, von denen die eine eine 
Fackel hält, die andere Augen und Hände erhebt, hat 
Bottari geglaubt?) die Liebe und die Hoffnung zn er- 
1) Oben Th. I. S. 18 f. 
2) Bottari Scult. e pitt. sagre T. I. p. 105. Ihm isl, Baoul- 
ßocheLle gefolgt, Trois. Möm. sur les autiq. ehrt-t. p. 184.
        

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