Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1034377
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mit der einen Hand deutet sie auf die Gesetzsammlung 
des deutschen Reichs, worauf das Schwerdt als Zeichen 
ihrer Macht ruht, mit der andern hält sie den kaiser- 
lichen Schild mit dem Reichsadler. 
3. Wenn wir hiernach noch auf die neuere Poesie 
einen Blick werfen; so ergiebt sich, dass dieselbe mit 
der Personiiicalion von Städten und Ländern sparsamer 
ist, als wie es bei den Flüssen sich gezeigt hat. Zwar 
werden bei Shakspeare die Fürsten nicht selten mit dem 
Namen ihrer Länder bezeichnet, z. B. im König Johann 
sagt Eleonore, dessen Mutter 1): 
Ich sehe Willfahrung in Frankreichs Blicken; 
und gleich darauf der König Philipp von Frankreich: 
Bed' England erst, das erst sich hingewandz 
Zu dieser Stadt zu reden. 
Was jedoch mehr eine Redeweise im Sinne der Lehns- 
herrlichkeit und keine Personification, sondern eher das 
Gegentheil ist, sofern nicht das Land mit Persönlichkeit 
bekleidet, sondern eine Persönlichkeit, das Oberhaupt des 
Landes, mit demselben identiiicirt wird. Aehnlich ist die 
Rede bei Schiller im Wilhelm Tell, wo die drei Männer 
im Namen der drei Urkantone sich verbünden 2): 
Und so wie wir 
Drei Männer jetzo, unter uns, die Hände 
Zusammeuflechten, redlich, ohne Falsch, 
So wollen wir drei Länder auch zum Schutz 
Und Trutz zusammenstehn auf Tod und Leben. 
Shakspeare König Johann, II. Aufz. 1. Sc. W. von Schlegel 
u. Tieck Bd. I. S. 29. S0 heisst es auch im Hamlet, I. Aufz, 
2. Sc. W. Bd. VI. S. 14: 
 und dem zu Ehren 
Soll das Geschütz haut jaden frohen Trunk, 
Den Däinmark ausbringt, an die Wolken tragen. 
Wilh. 
42. 
2) Schiller 
ßa. v1. s. 
Tell, 
Aufz. 
AuSQ" 
VOD 
1835. 
43
        

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