Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1034169
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Deckel, geschmückt mit getriebenen Bildwerken, deren 
Hauptbestandtheile zur Verherrlichung des deutschen Bei- 
ches dienen. Während nehmlich das Innere der Schaale 
die Europa zeigt in der Gestalt einer grossen kaiserlichen 
Jungfrau mit dem Portrait des Kaisers selbst, gekrönt, 
mit Scepter und Beichsapfel in den Händen,  Spanien 
ist der Kopf, die Pyrenäen der Halsschmuck, Frankreich 
die Brust, Italien der rechte Arm und Sicilien der Reichs- 
apfel, Dänemark der linke Arm u. s. w.; sieht man aus- 
wärts an der Schaale die Figuren des Kaisers und der 
sieben Churfürsten des Reichs. Und in der innern Wöl- 
bung des Deckels auf einer Kugel sitzend die Figur der 
Germania mit dem Scepter in der Linken und dem Schwerdt 
in der Rechten, welches sie von einem Löwen erhält, 
während ein Adler ihr die Krone auf's Haupt setzt; zu 
ihren Füssen ist ein römischer Krieger, zu ihren Seiten 
zwei schlafende Kinder;  umher stehen mit den Füssen 
dem Bande zugekehrt die zwölf meist mythischen Ahn- 
herren des deutschen Volks: unter den Figuren, auf dem 
breiten Bande sind deutsche Verse zur Verherrlichung 
ihrer Thaten eingegraben. Auch die vier Welttheile 
sind in menschlicher Gestalt gebildet auf einem Elfenbein- 
geräth, einer ovalen Dose in derselben Kunstkammer 1), 
die wahrscheinlich noch dem 16. Jahrhundert angehört, 
deren Arbeit übrigens ohne sonderlichen Werth ist. 
Endlich sind noch die Münzen zu beachten, auf welchen 
hin und wieder im15ten, öfters im lSJahrhundert die Figur 
einer Stadt oder eines Landes ebenfalls einzeln (im Unter- 
schied von der vorhin besprochenen Gruppirung) er- 
scheint,  entweder nur zur Bezeichnung der Landes- 
hoheit, unter der dieselben geprägt sind, oder auch mit 
Beziehung auf geschichtliche Ereignisse. Von jener Art 
Kugler a. 
212. 
312.
        

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