Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1034132
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reich und Deutschland gegenüber. Vor allem in den 
Tapeten der Sixtinischen Kapelle, deren Kartons Raphael 
in den Jahren 1515 und 1516 entworfen hat, die Roma: 
es ist in dem Sockelbilde zu dem wunderbaren Fischzug 
die Scene, wie nach dem Tode Julius II. (im J. 1513) 
Giovanni de" Medici, der nachmalige Papst Leo X., zum 
Conclave, in welchem ihn die Wahl treffen sollte, in 
Rom einzieht,  da reicht ihm die Göttin der Stadt die 
Hand 1). Plastisch ausgeführt wurde ein solcher Empfang, 
als Franz I. König von Frankreich bei seinem Zuge nach 
Mailand am 12. Juli 1515 durch Lyon kam; es war dazu 
das Einzugsthor ersehen, auf welchem ein grosser gol- 
dener Oelbaum stand, dessen Gipfel-Blume des Königs 
Bild unter einer grossen von Engeln gehaltenen Krone 
trug: aus den Zweigen erblühten rechts La Grace de 
dieu und links La France, unter denselben standen La 
Cite de Lyon, ein grosses Schloss in der Hand, und 
links gegenüber die Loyaute mit dem dazu gehörigen 
grossen Schlüssel in sehr zierlichen Festgewändernß). 
Die dritteVorstellung ist durch eine Rede vom J. 1516 
veranlasst, welche Palonius Marcellus an den Kaiser Ma- 
ximilian I. de restituenda Italiae salute gerichtet; dieser 
Rede geht nehmlich in der zu Bamberg befindlichen Terga- 
menthandschrift ß) ein Bild voran, worin die ltalia vor 
dem zu Pferde sitzenden Kaiser kniet, mit der Inschrift: 
1) Passavant Rafael von Urhino Th. Il. S. 237. 
2) Eine Abbildung der Decoration enthält eine Handschrift: Uentree 
du roy Franeois I. i: Lyon en 1515 (die Beschreibung dieser 
Festlichkeiten mit 13 Gemälden), welche in der Herzogl. Biblio- 
thek zu Wolfenbüttel sich befindet, Bl. 11. b. s. Schöne- 
mann Hundert Merkwürdigk. der H. Bibliothek zu Wolfen- 
hüttel S. 54. 
a) Im Besitz des Herrn von Beider, Bl. 1. a. Vcrgl. oben 
Th. l. S. 365. Anm. 3.
        

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