Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1034126
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Jahrhunderts, den siegreichen Feind der Christenheit zu 
verherrlichen dient. Es ist eine Medaille auf Muhammed Il. 
und den Fall des griechischen Kaiserthums von 315 Zoll 
im Durchmesser, ein Werk des Bertoldo Fiorentino 1): 
das Brustbild des Sultans auf der Vorderseite hat die 
Umschrift: Maumhet Asie ac Trapesuntds magneqzte Gretie 
imperat; auf der Rückseite sieht man einen Triumph- 
wagen, auf dem der Sultan steht, in der Linken eine 
Victoria, in der Rechten eine Schnur haltend: an diese 
sind hinten auf dem Wagen stehend drei nackte weib- 
liche Figuren mit strahlendem Haupt gebunden, mit Na- 
men Gretie, Trapesunty, Asie, - im Vordergrund er- 
scheinen Neptun und eine Nymphe. Gewissermaassen ein 
Gegensatz gegen den Gedanken dieses Bildwerks ist in 
einem schon früher erwähnten Miniaturbilde 2) ausgedrückt, 
welches einer Sammlung von Lohgedicluten zu Ehren des 
Papstes Julius II. eingefügt, den Triumphzug desselben 
nach der Einnahme von Bologna vor Augen stellt: da 
erscheint nehmlich in Wolken das personilicirte Jerusalem, 
das Haupt mit dem Nimbus geschmückt, und ruft ihm 
zu, der heiligen Stadt sich anzunehmen (Hierusalem mi- 
serere tue,  wie es auf dem Spruchzettel zu lesen ist), 
das heisst aus den Händen der Ungläubigen sie zu be- 
freien. Es entspricht dies dem Plan, den der Papst da- 
mals wirklich gefasst hatte, das heilige Land zu erobern. 
Demnächst sind in drei fast gleichzeitigen Kunstdenk- 
mälern die Figuren von Städten und Ländern in freier 
Huldigung dargestellt je einem Herrscher in Italien, Frank- 
1) Bolzenthal Skizzen zur Kunstgesch. der modernen llledaillen- 
Arbeit S. 61. Ein Exemplar in Bronze ist in der K. Sammlung 
zu Berlin; desgleichen in der Goetheschen Sammlung in Wei- 
mar Th. ll. S. 44. n. 32. 
2) S. oben Th. I. S. 366 f.
        

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