Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1034115
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Hand streckt sie gegen die Roma aus, als spräche sie: 
Was willst du, ich werde dir Rede stehen. Die Roma, 
welche ihr gegenüber steht, ist eine schöne Jungfrau, 
deren Haar in zierliche Flechten gewunden ist, in der 
Rechten trägt sie einen Scepter, in der Linken die Welt- 
kugel und auch sie steht auf einer Klippe im Meere von 
schönster Luft umgeben 1). Auch von Francesco de' Sal- 
viati in den mehrerwähnten Malereien im kleinen Audienz- 
Saal des Palazzo vecchio zu Florenz ist bei dem Triumph- 
zug des Camillus, dessen Wagen reich gekleidete Priester 
mit der Statue der Göttin Juno vorangehen, in der Ferne, 
wo der Zug sich ausbreitet, eine sehr schöne "Roma zu 
sehen 2).  Dazu kommt die Provinz Judäa mit dem 
Trajan, die nach dem vorhin erwähnten römischen Münz- 
typus in einem Bilde von Giulio Clovio dargestellt ist 3). 
4. Häufig aber- erscheinen die Figurenivon Städten 
und Ländern in weltlichen Darstellungen, deren Stoff der 
Gegenwart entlehnt ist, in Malereien wie in Sculpturen, 
aus der zweiten Hälfte des löten und besonders dem 
16. Jahrhundert,  wobei. der Unterschied zu beachten 
ist, 0b sie in Handlung verflochten oder nur einzeln ab- 
gebildet sind. 
In den Darstellungen der erstern Art hat, eben so 
wie wir es bei antiken Compositionen gesehen haben, 
die Handlung den Sinn, entweder Unterwerfung oder 
Begrüssung oder Hülfe, sei es dass sie erst erbeten wird 
oder schon empfangen ist, auszudrücken. Merkwürdig 
ist, dass die erste Composition dieser Art aus der neuern 
Zeit, als jedoch die christliche Kunst noch ein geschlos- 
senes Gebiet behauptete, in der zweiten Hälfte des iöten 
l) Ebendas. Th. II. Abth. 1. 
2) Ebeudas. Th. V. S. 142. 
B) Ebendas. Th. VI. S. 155. 
333.
        

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