Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1034101
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Papstes Julins II. I) mit den Statuen von Gefangenen, 
welche die von diesem Papst besiegten und der Kirche 
unterworfenen Provinzen darstellen sollten:  sie waren 
nach Einem Entwurf an Hermen gebunden, die in der 
untern Abtheilung zwischen Nischen zu stehen kamenß]; 
nach einem andern Entwurf lagen sie zu Füssen je einer 
Victoria, die in der Nische selbst ihre Stelle hattea). 
Von diesen Sculpturen ist zur Ausführung gekommen 
nur eine solche Gruppe der Victoria (oder vielmehr des 
männlichen Sieges) mit einem Gefangenen und zwei andere 
Statuen von Gefangenen 4).  
3. Selten haben in dieser Zeit alterthümliche Stoffe 
eine Darstellung von Stadtliguren hervorgerufen. Aus 
dem Heroenkreise ist eine Statuengruppe zu bemerken 
von Vincenzio de' Rossi, einem Schüler des Baccio 
Bandinelli, im Palast Pitti zu Florenz: Paris und Helena 
sich umarmend, zu ihren Füssen eine Troja 5).  Der 
römischen Geschichte gehören die sehr gerühmten Minia- 
turen des Attavante zum Silius Italicus um die Mitte des 
15. Jahrhunderts an, worin namentlich Scipio Africanus 
und ihm gegenüber Hannibal vorgestellt sind: aber auch, 
auf einer Klippe inmitten des Meeres stehend, von schö- 
ner Luft umgeben, das gestürzte Carthago als eine Frau, 
deren Haare wild umherhangen, in der Rechten hält sie 
ein hlosses Schwerdt, einer Wüthenden gleich, die linke 
 Vergl. oben S. 108. 
2) Vasari a. a. O. S. 200. 
a) Abgebildet bei d'Agincourt Scult. Tav. XLVI, 2. vergl. 
Platner Beschreib. Rom's III, 2. S. 233. 
4) Jene ist jetzt im Palazzo vecchio zu Florenz, abgebild. bei 
Cicognnra Stor. d. scult. V01. II. p. 268. Tav. LVIL; die 
letztem befinden sich im Louvre hlusee Angoulönle n. 5. 7. 
Waagen Kunstw. u. Künstler in Paris S. 705 f. 
5) Vasari Leben der Maler Th. VI. S. 213.
        

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