Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027993
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das Gleichgewicht halten I); während sein etwas jüngerer 
Zeitgenosse Johann Breughel (Sannntbreughel) die christ- 
liche Historie dem landschaftlichen Element durchaus unter- 
Ordllßli). S0 haben auch noch die grossen Meister der 
Landschaftsmalerei im 17. Jahrhundert hin und wieder 
biblische (so wie häufiger mythologische) Scenen als 
Staffage aufgenommen, namentlich Claude Lorrain 3),  
doch ohne dass ihre Werke solcher Vorstellungen als 
Ergänzung bedurft hätten; sie haben vielmehr die Land- 
schaftsmalerei von der Stufe nur gelegentlicher und ab- 
hängiger Darstellung endlich zu dem Bange eines selb- 
ständigen Kunstzweiges erhoben (vergl. Th. l. S. 339  
4. Sehen wir von diesem Höhepunkt auf die frühere 
christliche Kunst und ihre Auffassung der Natur bis zum 
13. Jahrhundert zurück; so springt sofort der Gegen- 
satz in die Augen, dass früher eine Repräsentation der 
Naturerscheinungen, seit jener Epoche aber die Natur- 
walzrlzeil selbst erstrebt wurde 4). Während nach antiker 
Art durch (mythologische) Personen die wirkenden Kräfte 
der Natur vorgestellt werden sollten, wurden dieselben 
jetzt durch die Wirkungen zur Anschauung gebracht. 
Statt der Tellus und Thalassa (der Erd- und Meergöttin), 
 Predigt des Johannes in der Wüste, Heilige Familie in Aegypten 
und Steinigung des Stephanus: alle drei im Louvre; Waagen 
a. a. O. S. 489. 
z) Wie bei Adam und Eva im Paradiese und Hubertus in einer 
waldigen Lauidschaft, beide in der K. Gemäldegallerie zu Berlin 
n. 742. 765.  
 Samuel salht den David, und die h. Paulina im Begrilf in ein 
Boot zu steigen, beide im Louvre; Waagen a. a. O. S. 529 f. 
4) Dieser Gegensatz ist zuerst von Tölken (gegen Lessing) ent- 
wickelt in der vorhin (S. 3.) angeführten Abhandlung Ueber 
das verschiedene Verhältniss der antiken und modernen Malerei 
zur Poesie, s. bes. S. 14. 19. 2G. und neuerdings hervorgehoben 
von Waagen Kunstw. u. Künstler in Paris S. 348.
        

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