Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033978
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einer Krone von zwei Reifen, woraus eine Lilie sich 
erhebt, sie halten Schaalen und Füllhörner mit Goldstücken 
in die Höhe, welches durch folgende Unterschrift erklärt 
wird: 
Solvimns ecce tibi rcx censum jure perenni; 
Clemens esto tuis, nos solvimus ista quotannis. 
3. Aus der heüigen Schrift haben zwei Oertlich- 
keiten zu einer Personification von Land und Stadt Ver- 
anlassung gegeben: die arabische Wüste, wohin die Israe- 
liten durch das rothe Meer vor Pharao sich retteten, und 
das Babel, welches als Verstörer des Volkes Gottes im 
Psalter mit Vergeltung bedroht und in der Apocalypse 
als Mutter aller Greuel auf Erden gerichtet wird. 
Wie bei der erstern Scene in Sarkophagreliefs aus 
älterer Zeit das Land Aegypten in weiblicher Gestalt 
vorgestellt worden ist; so umfasst dieselbe in Miniatur- 
bildern, welche eine pariser Handschrift des 10ten und 
eine vaticanische Handschrift des 12. Jahrhunderts über- 
einstimmend darbieten, ausser andern Personificationen, 
namentlich des rothen Meeres (um derenwillen schon 
früher eine nähere Beschreibung dieser Miniaturen gege- 
ben ist)  die personificirte Wüste (ägrywg, wie sie in 
der vaticanischen Handschrift ausdrücklich benannt ist): 
dieselbe erscheint auf der Seite der lsraeliten neben der 
personilicirten Nacht als eine sitzende männliche Figur, 
welche in der erstern Handschrift zu dieser emporblickt, 
in der andern nach dem Untergang Pharao's sich umsieht. 
Babel aber, welches schon im Alten Testament in 
seiner geschichtlichen und noch anschaulicher in sinn- 
bildlicher Bedeutung im Neuen Testament als ein Weib 
aufgefasst und geschildert wird (vergl. oben S. 591.), 
ist eben so persönlich auch dargestellt worden in meh- 
Oben 
529. 
528.
        

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