Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033955
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auf dem Thron, neben ihm auf der einen Seite die bei- 
den Schildknappen, auf der andern zwei Geistliche; das 
Nebenbild zur Linken enthält vier gekrönte weibliche 
Figuren, welche vor ihm sich neigen und ihm Gaben 
bringen: voran die Roma mit einer Schaale voll Gold 
u'nd Edelsteinen, sodann Gallia mit einer Palme, Ger- 
mania mit einem Füllhorn, endlich die Sclavinia mit einer 
goldenen Kugel in der Hand. Nur die Krone der letzten 
hat die Gestalt von Thürmen, die der Germania besteht 
aus einem dreifachen Reif und die der beiden anderen 
ist einem Helm ähnlich. Dieser Vorstellung am nächsten 
kommt ein Bild vor dem Evangeliarium, das mit der 
Apocalypse verbunden in der Bibliothek zu Bamberg sich 
befindet 1), ein Geschenk der Kaiserin Kunigunde, Ge- 
mablin Heinrich's II., an das von ihr gegründete Collegiat-- 
stift von St. Stephan daselbst. Unter dem thronenden 
Kaiser 2), der hier von zwei Heiligen gekrönt wird, er- 
scheinen wiederum vier weibliche Figuren, die sämmt- 
lich goldene mit Perlen besetzte Kronen, ähnlich der 
Krone des Kaisers, auf dem Haupt haben und mit weissen 
Unterkleidern angethan sind, worüber die beiden in der 
Mitte purpurne, die beiden andern blaue Obergewänder 
tragen,  die erstern haben ein Gefäss mit Gold und 
Edelsteinen in den Händen. Den Sinn der Scene erläu- 
tert folgender Vers: 
Distincte gentes famulantur dona ferentes, 
den man oberhalb dieser Figuren lieset, welche einzeln 
nicht benannt sind.  Ebenso wenig finden sich Namen 
 N0. 311.A. II. 42. beschrieben von S ohwarz a. a. O. S. 219-221. 
v. Murr a. a. O. S. 139; erwähnt von Jaeck Beschreib. der 
öff. Bibl. zu Bamberg Th. I. S. XIX. n. 52-53. Von dieser 
Handschrift spricht Waagen Kunstw. u. Künstler in Deutsch- 
land Bd. I. S. 97 f. 
2) Mit Unrecht erklärt Jaeck a. a. O. diese Figur für Gott Vater.
        

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