Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027985
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16. Jahrhunderts weiter ausgebildet werden: zu Florenz 
von Leonardo da Vinci 1) und Andrea del Sarto, so wie 
zu Venedig in hochpoetischer Weise von Giorgione und 
Tizian 2). Durch Erweiterung der Hintergründe aber 
fand man den Uebergang zu einer selbständigen Land- 
schaftsmalerei. Derselbe deutet sich schon im zweiten 
Viertel des 16. Jahrhunderts bei einem niederländischen 
Künstler Joachim Patcnier an, in dessen Gemälde, die 
Berufung des ltlattliäus, nur im Hintergrund ein Blick auf 
die Landschaft sich eröffnet 3); wogegen sie in einem 
andern Gemälde dieses Meisters sich weit ausbreitet und 
die biblischen Scenen  im Vorgrunde Maria mit dem 
Kinde auf der Flucht begriffen und in den Gassen eines 
fernen Dörfchen der bethleheamitische Kindermord  
mehr als Staffage erscheinen lässt4). Zu einer nach- 
haltigen Entscheidung und Befriedigung aber kommt diese 
Richtung erst gegen das Ende des Jahrhunderts. Da 
tritt Annibale Caracci mit einigen Gemälden auf, in denen 
der biblische und der landschaftliche Inhalt sich ungefähr- 
l) Nach seiner Composition ist im Louvre: das Christuskiml den 
kleinen Johannes segncnd, wobei ein Engel und Maria, im 
Hintergrund eine Höhle mit Ausblick in eine Landschaft mit. 
phantastischen Felsen, s. WVaagen a. a. O. S. 426. 
2) Von dem erstem ist Maria mit dem Kindc auf dem Schooss, 
umher Joseph, Catharina und Sebastian, im Hintergrund eine 
leuchtende Landschaft; von dem letztern das Christuskind auf 
den Armen der Catharina, dabei lllaria und Joseph, mit einer 
herrlichen, POOÜSOlIBH Landschaft: beide im Louvre, s. Waagen 
a. a. O. S. 460. 463. 
a) In der K. Gemaldegallerie zu Berlin u. 609. 
4) Ebendas. n. 608; Kugler Beschreib. der Gemäldegallerie des 
K. Mus. zu Berlin S. 191. Ebenso in dem Gemälde des Heri 
de Bles: Hubertus in einer Landschaft (ehendas. n. 620.); wo- 
gegen sic in dessen Adam und Eva im Paradiese (ehendas. n. 
661.) verhältnisslnässig zurücktritt.
        

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