Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033900
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Was ihre Charakteristik betrifft, so sind die Abbildungen 
zu klein, um die Attribute deutlich erkennen zu lassen,  
mit Ausnahme der Gibeon, welche einen Scepter in der 
Linken, Thürme auf dem Haupt und um dasselbe einen 
Nimbus hat. Mit einem Nimbus ist auch die Ai ge- 
schmückt 1) ; und eine Thurmkrone scheint auch Jericho 
zu haben. Meist haben diese Städteiiguren ein Frucht- 
horn in der Hand, welches aber der Stadtgöttin von 
Jericho vor Schrecken entfallen ist?) 
Vom 
neunten 
bis 
Zllm 
zwölften 
Jahrhundert. 
Aus dieser Zeit sind nur Miniaturmalereien vorhan- 
den, welche die Figuren von Ländern und Städten ent- 
halten: theils in biblischen Scenen, theils in weltlichen dem 
gleichzeitigen Staatsleben entnommenen Darstellungen.  
Doch hat dieselbe Zeit auch Statuen der Art aufzuweisen, 
die noch aus der vorigen Periode und sogar aus der 
Nachahmung heidnischer Cultusbilder stammen, wovon 
aber nur die Kunde geblieben ist. Freilich hat die ge- 
schäftige Sage der Zeit auch Kunde verbreitet von Statuen, 
die niemals existirt haben. 
1. Um dies vorerst zu erläutern, so standen zu Con- 
stantinopel von früher her Standbilder der Stadtgöttin, 
an die man noch immer das Wohlergehn der Stadt und 
die Geschicke des Volks geknüpft glaubte,  wie das 
oben (S. 603.) erwähnte Beispiel des Michael Rhangabe 
(811-813) beweiset, der einer solchen Statue die Hände 
abhauen liess, damit die Volksparteien nichts wider ihn 
vermöchten.  
1) An den beiden letzten Anm. 3. der vor. S. angef. St. Von dem Nimbus 
dieser Städte spricht Buonarroti Vasi di vetro p. 62. Vergl- 
Mün ter Sinnb. H. Il. S. 21. D id r o n lconogr. chrät. p. 37- 
 d 'Aginc0urt I. c. fig. 5. 9. 17; 8.
        

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