Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033897
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hundert und ganz gewöhnlich in römischen Kirchen seit 
dem 9. Jahrhundert. Es sind dies in Gestalt von Läm- 
mern die zwölf Apostel, die zu Christus, dem Lamm 
Gottes, aus den Städten Jerusalem und Bethlehem kom- 
men, deren Name den" Gebäuden meist beigeschrieben 
ist. Also sind hier diese Städte stets nur durch Archi- 
tectur, niemals persönlich vorgestellt. 
Dagegen erscheinen zahlreiche Städte in weiblicher 
Gestalt in der bekannten vaticanischen Handschrift des 
7. Jahrhunderts zur Geschichte des Josua. Man sieht 
die Gilgal im Hintergrunde zweier Scenen, wie die Israe- 
liten sich lagern und Josua ein Denkmal errichtet (Jos. 
4, 19.  und wie Josua von den Gibeoniten aufge- 
sucht wird (Jos. 9, 6.) 1). Ferner die Jericho zweimal 
im Vordergrunde, während im Hintergrund die Stadt auch 
durch ihre Mauern angedeutet ist: bei dem Gesicht, wel- 
ches Josua dort hat (Jos. 5, 13.) und bei Eroberung 
der Stadt, wo die neben den stürzenden Mauern sitzende 
Stadtgöttin der Verzweiflung sich hingiebt 2). Dann die 
Ai dreimal im Hintergrunde neben den Häusern der Stadt: 
zuerst wie Josua dieselbe verkundschaften lässt (Jos. 7,  
sodann wie die Israeliten von dort zurückgeschlagen wer- 
den (Jos. 7, 4. 5.) und wie die Stadt von ihnen durch 
Hinterlist genommen wird (Jos. 8, 14-21.) 3). Endlich 
die Gibeon, wo Josua Sonne und Mond still stehen heisst 
(Jos. 10,  im Hintergrund sind die Häuser der 
Stadt sichtbar, sie aber sitzt im Vordergrund und blickt 
üngstvoll auf den Kampf, der für ihre Befreiung ge- 
fochten wird. Alle diese Figuren sind sitzend vorgestellt. 
1) d'Agincourt Pitt. Tav. XXVIII. Iig. 5. 17. 
2) Ihid. üg. 7. 8. 
a) Ibid. üg. 9. 11. '14. 
4) Ibid. fig. 19. In grösserem Maassstnb, nach einer Durchzeiclm- 
nung des Originals, Ibid. Tav. XXX. fig. 2. Vergl. oben S. 127. 
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