Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033763
614 
er einen Eber (Etquag) erlegt, während einer seiner Be- 
gleiter erschreckt zurückweicht: darunter sieht man eine 
liegende weibliche Gestalt, mit einem Füllhorn in der 
Rechten, das ist nach der beigesetzten Inschrift die Stadt 
Casarea in Cappadocien. 
Sehr merkwürdig sind ferner die Statuen der vier 
Hauptstädte des römischen Reichs, in Silber grösstentheils 
vergoldet, an einem zu Rom im Jahr 1793 gefundenen 
Tragsessel, der zu dem heidnisch verzierten Geräth einer 
christlichen Frau, der Projecta, zu gehören scheint, mit 
dem er jetzt im Museum Blacas sich befindet 1): sie sind 
angebracht an den Enden der Hebel dieses Sessels 2): 
Rom und Constantinopel sind behelmt, Alexandrien und 
Antiochien mit Tliürmen gekrönt; Rom hat Schild und 
Lanze, Constantinopel eine Opferschaale und ein Füllhorn, 
Alexandrien Früchte und Gewürze, Antiochien ebenfalls 
Früchte in den Händen; ausserdem ist Alexandrien durch 
das Vordertheil eines Schiffes und Antiochien durch die 
halbe Figur des Flussgottes Orontes zu ihren Füssen 
charakterisirt.  Dieselben Städtefiguren mit Ausnahme 
von Antiochien, statt dessen Trier gewählt ist,  also zwei 
aus dem Morgenlande, und zwei aus dem Abendlande, J 
waren abgebildet bei dem Kalender des F urius Dionysius 3), 
lllaassstab bei d'Agincourt Scult. Tav. XLVIII, 75. und Ü. 
Müller Denkm. der alten Kunst H. I. Taf. LXXII. lig. 410. 
 Wovon schon oben Th. l. S. 20. 188. die Rede gewesen ist. 
2) Abgebild. bei dH-Xginconrt Scult. Tav. IX. fig. 16-19. Vis" 
conti Oeuvres div. T. I. p. 228. PI. XVIlI. lig. 16-19. ET" 
wähnt von Hirt Bilderbuch S. 184. 
3) Vergl. oben S. 23. 136. A. 3. Die ganze Sammlung. hat 1111" 
langst eine Bearbeitung erhalten von Mommsen Über de" 
Chronographen vom J. 354, in den Abliandl. der philol. hist. Ül- 
der K. Sächs. Gesellschaft der Wissensch. Bd. l. 1850. S. 547  
Dass die Sammlung nicht zu Trier, sondern zu Rom entstanden 
sei, s. daselbsl S. 608.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.