Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033691
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schen Scene folgendermaassen beschreibt 1): nach dem 
Tode seines Vorgängers steigt die Oenotria (d. i. die 
Italia) von den Felsen des luftigen Apenninus in die 
Grotte des Tiber und veranlasst den Flussgott die Göttin 
Roma zu bitten, dass sie aus dem Orient einen kriegs- 
tüchtigen Herrscher gewinne: demzufolge begiebt sich 
dieselbe, die in gleicher Gestalt 2) und Rüstung erscheint 
wie nach der vorigen Schilderung, überdies mit einem 
Schwerdt an der Seite, an den Sitz der Aurora, von 
der sie zuvorkommend als caput mundi (nachher auch als 
sancta parens) begrüsst wird a), worauf sie ihr eröffnet, 
Slu komme nicht, alte Besitzungen zurückzufordern, son- 
dern um den Anthemius zu bitten, den ihr die Aurora 
auch bereitwillig zugesteht. 
Indem wir nun zur Betrachtung der Denkmäler 
selbst übergehn, haben wir vor allem den Unterschied 
zu beachten, ob die Pcrsonification von Stadt und Land 
nur nach antikem Herkommen beibehalten oder in eigen- 
thümlich christliche Vorstellungen neu aufgenommen ist. 
4. Von der erstern Art sind es vornehmlich öffent- 
liche Denkmäler, Kaisermünzen, demnächst Consulardi- 
ptychen, auf denen besonders die Figuren von Rom und 
Constantinopel noch bis in's sechste Jahrhundert sich 
finden; wozu noch einige andere Sculpturen nebst etlichen 
Miniaturen kommen. 
Dass auf Münzen noch geraume Zeit unter den Augen 
christlicher Kaiser die Figuren der Roma und der Tyche 
von Constantinopel sich erhalten, darf am wenigsten be- 
fremden nach der Geltung, welche sogar die Statuen der 
1) Id. Carm. II. v. 317 sqq- 
2) Ibid. v. 389: exertam mammam; 
side turres. 
3) Ibid. v. 438. 517. 
392 : 
inclusae latuerunt 
C85-
        

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