Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033644
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Grossen, der auch diesem Rest heidnischer Sitte ein Ende 
machte 1). 
Aber die Tychebilder blieben unangefochten. Als 
die erwähnte Basilica des Senats in dem Aufruhr des 
Jahres 404 2) in Flammen aufging, ging auch das darin 
befindliche Standbild der Tyche zu Grunde 3); der Prae- 
fectus praetorio Theodorus aber, der im J. 409 diese Ba- 
silica wieder auibauete, richtete auch die Tyche wieder 
auf,  wie eine Inschrift an der Apsis der Basilica 4) 
ihn deshalb preiset, dass er den mit schönen Säulen ver- 
sehenen Tempel der Tyche mit einem so wunderbaren 
Werk geschmückt und rühmliche Gaben der einen gol- 
denen Schild tragenden Boma (d. i. Neu-Rom) verehrt 
habe, die ihn zum Consul gemacht und zum drittenmal 
als Präfecten sehe.  Selbst heidnischer Aberglaube 
knüpfte sich an jene Bilder, der, weit entfernt durch 
Maassregeln der Gewalt gegen Götzen und Götzendienst 
aus den Gemüthern ausgerottet zu sein, vielmehr in der 
Kirche selbst. an dem sich entwickelnden christlichen 
Bilderdienst sich nähren mochte: so dass nicht allein der 
1) Anonym. Antiq. Const-ant. p. 43. b. C0 din. De signis p. 59. 
2) Bei der Vertreibung des Chrysostomus, Sozomeu. Hist.eccles. 
Lib. VIII. c. 22. Zosim. Hist. Lib. V. c. 24. 
 Einige andere Statuen der Stadt-Tyche wurden zu verschiede- 
nen Zeiten zerstört oder beseitigt; es erhellt jedoch nicht, aus 
welchem Grunde. Die Statue der Tyche, welche Constantiu 
aus Rom gebracht hatte, zerbrach Kaiser Mauritius, Anonym. 
Antiq. Constant. Lib. I. p. 9. Eine Statue der Tyche, welche 
auf dem Strategien stand, liess Caesar Bardas, der Oheim des 
Michael (860-866), mit. anderen dort befindlichen Statuen weg- 
schaffen oder zerbrechen, Ibid. Lib. II. p. 28. Codin. De sig- 
nis p. 49. 
4) Jacobs Anthol. Gr. Palat. T. II. p. 243. n. 697: 
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