Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033611
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eher noch weiter zu berichten sein wird. Ferner nahm 
er den Dienst oder vielmehr die Ausdauer der Tyche 
(des Glücks der Stadt) in Anspruch, indem er auf dem 
Gewölbe des Meilenzeigers, wo seine und seiner Mutter 
Statuen ein Kreuz haltend aufgestellt waren, mitten an 
dem Kreuz die Tyche der Stadt angekettet sein liess, 
von vielen magischen Figuren umgeben, das sollte Sieg 
über alle Völker verleihen, so dass sie der Stadt weder 
sich nahen noch schaden könnten 1). Noch andere Bilder 
der Tyehe errichtete er, namentlich auf dem Gewölbe des 
Palastes eine Statue, die er von Rom gebracht hatte. 2)  
Gegenstand öffentlicher Verehrung war die Tyche von 
Constantinopel zumal bei der Einweihung der Stadt am 
H. Mai 330. Es wurde nehmlich eine Statue derselben, 
die früher vor den alten Stadtmauern am Thor des Carus, 
dem später sogenannten Philadelphi, gestanden hatte, bei 
dem Neubau der Stadt unter grossen Feierlichkeiten nach 
dem Forum Constantinis gebracht und auf dem östlichen 
Gewölbe desselben auf einer Säule aufgestellt, wobei der 
ganze Klerus hundertmal Kyrie eleison rief; die Festlich- 
keit dauerte vierzig Tage: Tags darauf wurde das Ge- 
burtsfest der Stadt mit grossen Wettrennen begangen und 
erhielt dieselbe den Namen Constatitinopel 3). An diesem 
Tage selbst wurde ein feierlicher Umgamg gehalten mit 
dem Sonnenwagen, der von Alters her auf dem goldenen 
 Anonym. Antiq. Constant. Lib. I. ed. Banduri p. 10 sq. 90. 
Co din. De signis p. 35. ed. Bonn. v. Hammer a. a. O. 
S. 155. 271. 
2) Anonym. Antiq. Constant. Lib. I..ed. Banduri p. 9. Nach dem 
Chron. pasch. p. 284. bracht-e Constantin der Tyche der Stadt 
ein unblutiges Opfer und gab derselben den Namen Anthusu, 
wie auch die Stadt. Constantinopel selbst genannt wurde. 
a) Ibid. p. 18. Codin De signis p. 44. Incert. auct. Enarrat. 
chronogr. bei Codin. ed. Bonn. p. 180 sq.
        

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