Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033593
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sie mehr, denn gehorsam dient die Roma dem Gott Chri- 
stus und hasst die früheren Culte. Boma aber nenne ich 
die Männer, die wir für das Herz der Stadt halten, nicht 
den Genius, dessen Bild umsonst erdichtet wirdß 1) 
2. Während aber in Rom der Cultus dieses Genius 
Oder der Göttin Roma nur als ein Rest des Heidenthums 
bestand; erhielt auch das neugegründete Constantinopel, 
obgleich von Anbeginn eine christliche Stadt, eine ganze 
Anzahl Denkmäler seiner Tyche. Und es genoss dieselbe 
noch geraume Zeit unter christlichen Kaisern Verehrung, 
ja der Glaube an eine ihrem Standbilde einwohnende 
Macht hat nachweislich noch ein halbes Jahrtausend an- 
gehalten und scheint im byzantinischen Reich gar nicht 
erloschen zu sein. Der Grund davon liegt theils in den 
heidnischen Elementen der religiösen Bildung Constantin's, 
des Gründers von Constantinopel, welche in seiner Haupt- 
Stadt Wurzel fassten; theils in der Gestaltung des christ- 
liehen Lebens in der griechischen Kirche überhaupt, na- 
mentlich der Entwickelung des Bilderdienstes, die in 
Wechselwirkung mit den Resten heidnischen Aberglaubens 
jenen Unterpfandern desselben neuen Werth zu verleihen 
vermochte. 
Kaiser Conslantin hatte bei dem Uebertritt zum Chri- 
stenthum der heidnischen Vorstellung keineswegs ganz ent- 
Sagt; er wusste Entgegengesetztes zu vereinigen, indem 
er theils die beiderseitigen Ideen neben einander stehen 
liess, theils dem heidnischen Gedanken eine christliche 
Form oder auch nur einen christlichen Stempel gab. Ein 
Beispiel dessen haben wir an Constantinischen Münzen 
gesehen, auf denen neben einander Apollo und das Kreuz 
erscheinen 2). Weitere Beweise geben die Bildwerke
        

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