Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in’s sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1027018
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1033551
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ist zwar ein Vorwurf, der frühzeitig, schon im 3. Jahr- 
hundert, den Heiden von den Apologeten gemacht wird 1); 
es ist dabei aber an die grossen Götter gedacht, die ge- 
wisse Hauptsitze der Verehrung hatten, wie die Ceres zu 
Eleusis, die Cybele in Phrygien. Erst Arnobius zu Anfang 
des 4. Jahrhunderts macht" als Gegenstand heidnischer 
Verehrung die genios civitatum namhaft 2), zu einer Zeit 
als der Gegensatz des Christenthums gegen diesen Genien- 
cultus auch thatsächlich durch Verfolgungen hervortrat. 
Auf der einen Seite brachten die Heiden diesem Cul- 
tus auch das Leben der Christen zum Opfer. Denn in 
der letzten Verfolgung unter Maximinus wurde zu Cäsarea 
in Palästina am Geburtstag der Tyche, den 5. März, der 
Märtyrer Adrianus den Thieren vorgeworfen 3).  Um- 
gekehrt als bald darauf das Christenthum zur herrschen- 
den Religion erhoben war, nachdem wohl eine Zeit lang 
Religionsfreiheit bestanden hatte, wurden alsbald die ehe- 
maligen Verfolger zu Verfolgten: wobei auch der Ver- 
ehrung des Stadt-Glücks namentlich im Bereich der grie- 
chischen Kirche durch Zerstörung seiner Heiligthümer oder 
Verwandlung derselben zu gottesdienstlichem Gebrauch 
ein Ende gemacht wurde. So wurde der Tempel und 
die Statue der Tyche zu Cäsarea in Cappadocien, welche 
bei den Heiden in besonderer Verehrung stand, unter 
Kaiser Julian in Asche gelegt auf Anstiften eines Christen, 
den leidenschaftliche Frömmigkeit getrieben hatte,  was 
der Stadt von dem erzürnten Kaiser harte Strafen zuzog 4). 
Ü Von diesen localen Culten spricht als Gegner des Christenthums 
Celsus bei O rigen. Contr. Cels.Lib.V.c. 25. p. 596. und Cäcilius bei 
Minuc, Fel, Ocßav, c. 6. Vergl. TertuHiauQAImIoget. e. 24. 
T) Arnob. Adv. gentes Lib. I. c. 28.  
B) Euseb. De marbyr. Pnlaest. c. .11. p. 433. ed. Read. Vergl. 
Eckhel Doctr. numm. T. VIII. p. 141 sq.  
4) Gregor. Naz. Oram. IV. (ad Julian. Invcct. 1.) c. 92. p. 126. 
und Orat. XVIII. c. 34. p. 355. Theopha n. Chronagr. p. 40. c. 
Piper, Mythu]. u. Symbol. d. chr. Kunsi. l. 2. 38
        

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